December 6, 2009

Mit Hazelwood in Österreich

Wir sind wieder zurück aus österreichischen Gefilden, zweimal standen wir im Nachbarland unter leuchtenden Hazelwood-Bannern auf der Bühne. Leider nur zweimal, die geplante dritte Show in Innsbruck am gestrigen Samstag wurde kurzfristig abgesagt. Zwei weitere Episoden der sogenannten Hazelwood-Roadshow fanden also am Donnerstag in Salzburg und am Freitag in Wien statt. Die famosen Hazelwood-Kumpane von Mardi Gras.BB waren ebenfalls angereist, um dem Namen unseres sinnstiftenden Labels in diesem Teil Europas ein Gesicht zu geben. Aber der Reihe nach…

3.12.2009 – Rockhouse, Salzburg (AT)

Schon am Nachmittag kam es zum freudig-freundschaftlichen Wiedersehen mit Mardi Gras.BB. Man kennt sich ja mittlerweile ganz gut und teilt sich in diesem Sinne auch recht routiniert Bühne und Backstageraum. Ein Scherz hier, ein Schwätzchen dort, schon früh merkt man, dass ein bis zwei lustige Abende anstehen – die Hazelwoodfamilie funktioniert prächtig. Auch das Publikum lässt uns nicht im Stich und erscheint zahlreich. Der Abend wird von der in Salzburg heimischen Band The Merry Poppins eröffnet. Ich fand das Konzert eigentlich sehr nett, war aber durchaus irritiert von dem hartnäckigen Gerücht, der Sänger leide an Schweingrippe (es ist eigenartig, was passiert, wenn man ein Konzert unter solchen Gesichtspunkten verfolgt…). Im Anschluss waren wir an der Reihe und ich bin im Nachhinein sehr froh, dass ich den Gedanken an ansteckende Krankheiten zu diesem Zeitpunkt schon wieder aus den Augen verloren hatte. So gesehen ein sehr angenehmes Konzert mit einigen bekannten Gesichtern im Publikum (wir waren ja bereits im Sommer beim Fest zur Festspieleröffnung in Salzburg zu Gast). Finale des Abends waren dann die wieder kraftvoll aufspielenden Mardi Gras.BB. Ein beeindruckendes Konzert und wir haben mittlerweile wie gesagt einige Konzerte dieser Band gesehen.

4.12.2009 – Szene, Wien (AT)
Schon am nächsten Tag ging es für uns und Mardi Gras.BB weiter um das gleiche Spektakel in der Hauptstadt Wien noch einmal aufzuführen. Auch hier wurden wir von einer heimischen Band unterstützt die in diesem Fall allerdings dem einen oder anderen hier bekannt sein dürfte: Fatima Spar and The Freedom Fries. Drei tolle Bands, die auch die Wiener ganz und gar nicht nicht kalt ließen. Prächtige Atmosphäre! Vor und hinter der Bühne! Anders hätten sich die knapp 30 Musiker auch keine 30 qm große Künstlergarderobe teilen können. Ein noch größeres Familientreffen als am Abend zuvor, das in 3 großartigen Konzerten mündete. Ein wundervoller Abend…

November 29, 2009

Wellness für Musiker

Kurze Ergänzung aus aktuellem Anlass:

Rundschau vom 29.11.2009

Eine nette Überraschung hatte die Rundschau des bayerischen Rundfunks vom heutigen Abend (29.11.2009 18:45 Uhr) parat. Momentan noch hier zu sehen in der Mediathek des BR, wer weiß wie lange noch. Außerdem ist das Video der Akustikversion von “The day I leave” mittlerweile hier online.

Der ursprüngliche Eintrag:
Das junge, frische und dabei überaus wundervolle on3-Festival im Münchner Funkhaus liegt hinter uns. Das überwältigendste Indoor-Fetival, dass wir nicht mehr ganz so jungen Bertholinis bisher sehen, fühlen, erleben durften. Die unfassbare technische Ausstattung, Erfahrung und Manpower einer öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalt, gekleidet in das an der jungen Zielgruppe orientierte Gewand des on3-Formats gehen bei diesem Festival eine atemberaubende Symbiose ein. Es fehlen einem fast die Worte! Schon die Räumlichkeiten suchen seinesgleichen. Die Studios 1 bis 3 am Münchner Rundfunkplatz 1 schnuppern nach 50-jähriger Orchester- und Choraufnahmetradition. Riesig hohe, holzvertäfelte Hallen, dabei mit modernstem Audio- und Lichtequipment versehen, wahrlich kolossal! Gleichzeitig wuselt und wimmelt es von Tonmeistern, Lichttechnikern, Kameraleuten, Security, Fotografen und sonstigen fleissigen Mitarbeitern mit Knopf im Ohr und Ablaufplänen in Händen. Alles ist sorgsamst bis ins Detail bedacht, geplant, organisiert und beschildert, um ja nichts dem Zufall anheimfallen zu lassen (das ist gemeint, wenn ich von öffentlich-rechtlicher Erfahrung und Manpower spreche). Das Wort “professionell” ist also überaus zutreffend!

Bei so viel Professionalität könnte man vielleicht vermuten, dass eine etwas unpersönliche Kälte die allgemeine Stimmung trüben könnte. Mitnichten! Als Band begibt man sich dabei in eine sehr nette und wohlgesonnene Fürsorge-Maschinerie. Neben den als üblich zu bezeichnenden Annehmlichkeiten wie lecker Catering, ruhigem Backstageraum, hilfsbereiten Stagehands oder frischen Handtüchern auf der Bühne glänzt das Festival durch eine mit allen Wassern gewaschene, multimediale – wie soll ich sagen – “Wertschöpfungskette”? Wenn man (als Band) schon mal da ist, dann kann man doch auch gleich noch ein Interview für on3 mit Akustiksession im Fernsehstudio aufzeichnen und danach zum Fotoshooting gehen. Alle Konzerte werden selbstverständlich gefilmt und dann im Innenhof des Funkhauses dem rauchenden Publikum auf Großleinwand und per Livestream dem Rest der Welt online präsentiert. 5 Minuten nach dem Konzert drückt einem einer der netten Jungs mit dem Knopf im Ohr zwei CDs mit dem Konzertmitschnitt in die Hand. Währenddessen sind aber Todor und Oszkar schon wieder unterwegs in Sachen Interview. Eine kurze Aufzeichnung für Bayern3 und danach nochmal Live für on3-Radio-online. Auf dem Weg dahin sind sie in den Katakomben übrigens noch Pete Doherty über den Weg gelaufen, aber das nur nebenbei. Insgesamt also ein für uns ungewohntes aber äußerst angenehmes Promotion-Wohlfühl-Paket. All diese Erzeugnisse könnt natürlich auch ihr schon seit gestern Abend online ansehen und anhören. Auf den Seiten des Festivals findet ihr unter anderem eine Bildergalerie von unserem Konzert, die gestrige Version von “the waltz & the failure” zum Download, das Interview und noch vieles mehr. Hier z.B. das ungewohnt freizügige Ergebnis unseres Fotoshootings:

The Great Bertholinis nackt

Bei all der Wellness vergesse ich hier fast unser sehr überzeugendes Konzert, das im größten und zur frühen Stunde schon bis ins hinterste Eck gefüllten Studio 1 stattfand. Bemerkenswert finde ich an dieser Stelle, dass uns das ganze multimedial aufzeichnende Tamtam um uns herum nicht davon abhalten konnte, zusammen auf der Bühne großen Spass zu haben. Mit diesem kleinen Lob in eigener Sache möchte ich für heute schließen, nicht ohne euch nochmal auf die on3-Seiten hier zu verweisen. Bei diesen Bands gibts viel zu entdecken, viel Spass beim stöbern! Achja und für unsere Freunde in Österreich gibts schon am nächsten Wochenende Gelegenheit zum Wiedersehen. Wir sind zusammen mit den Labelkollegen von Mardi Gras BB am Donnerstag im Rockhouse in Salzburg und am Samstag im Treibhaus in Innsbruck zu gast. Dazwischen am Freitag gibts sogar das große Hazelwood Roadshow Spektakel in Wien. Bis dahin!

November 27, 2009

Vorberichterstattung on3-Festival

Bevor wir uns morgen auf den Weg in die vertäfelten Hallen in München machen, möchten wir noch einiges loswerden. Dieses Festival hat ziemlich Sogwirkung, so etwas haben wir selten erlebt. Nach Interview und Proberaumbesuch findet das Festival morgen tatsächlich statt! Wir werden bereits am Nachmittag zwei brandneue akustische Versionen von The Waltz & The Failure und The Day I Leave einspielen. Um 20:30 sind wir dann live im Studio 1 zu sehen.
Oder eben bei Euch zuhause! on3 bietet den ganzen Abend einen Livestream an. Zusätzlich werden den ganzen Abend über Bilder, Interviewschnipsel und dann ab 23:00 sogar an diesem Abend gespielte Lieder zum Download angeboten. All das hier.
Wir freuen uns sehr drauf, begleitet uns doch dabei!

Und wenn Ihr neben unserer Blogeinträge auch noch gerne mal einen kurz quereingeschobenen Link ansehen oder eine Rezension lesen wollt, dann empfiehlt Euch Gábor, über Facebook zu uns zu stoßen.
Gábor 2020

November 13, 2009

Irrfahrt im Allgäu

Es ist Freitag der 13. und ich finde endlich Zeit euch die verblassenden Eindrücke vom letzten Wochenende nachzuliefern. Einige Andeutungen zum schwierigen Abend in Augsburg und dem sehr netten Abend in Luzern sind ja schon gefallen, die letzte Station auf unserer Dreitagesreise war das idyllische Immenstadt im Allgäu.

Der eigentlich nicht so weite Weg von Luzern nach Immenstadt wurde leider unnötig in die Länge gezogen. Ob reine Fehlbedienung oder einfach veraltetes Kartenmaterial – wir wurden einmal mehr belehrt, dass blindes Vertrauen in modernes Navigationsequipment (mein Bruder und Geographieprofessor Joszef wird mir da sicher beipflichten) nicht immer ratsam und mitunter sogar gefährlich sein kann. Nicht dass die “monumentale Abkürzung” nicht idyllisch gewesen wäre, das eine oder andere Panorama hätte gar als Bollywoodkulisse herhalten können. Allerdings hätten die so vergeudeten Stunden dem ein oder anderen gesundheitlich angeschlagenen Bertholini in einem Hotelbett besser zu Gesicht gestanden. Über die Ansteckungsgefahr in Tourbussen ist hier glaube ich schon einmal geschrieben worden. Glücklicherweise scheint die Inkubationszeit von Todors übler Erkältung aber etwas länger gewesen zu sein, so dass am Abend im Immenstadt lediglich Laszlo schon erste Anzeichen des Befalls zu spüren bekam (an den folgenden Tagen streckte es dann auch Gabor, Lobos und den armen Janos darnieder). Aber wir wollen nicht jammern und stattdessen vom vermeintlich gesunden Konzert in Immenstadt berichten.

Die Bezeichnung Jugendzentrum sorgt beim jungen, aber mittlerweile durchaus herumgekommenen Bertholini immer für eine kleine Portion Skepsis, was Umfeld und Publikum des Konzertes angeht. Glücklicherweise erhöht diese – ich will gar nicht sagen, dass sie vollständig unbegründet wäre – Skepsis jedoch wie in diesem Fall die Chance, positiv überrascht zu werden. Das Rainbow in Immenstadt ist eine sehr gemütliche, kleine Kneipe mit vielen Sofas und heimeligen Ecken. Das wirklich überraschende sind aber die wahrlich herausragenden klanglichen Eigenschaften. Trotz nicht allzu großer technischer Möglichkeiten hatten wir einen völlig verbüffenden, tollen Sound auf der kleinen Bühne (großen Dank an Übi, den Techniker vor Ort). Und damit haben wir auch schon die Zutaten für den erstaunlichen Abend beisammen. Eine gemütliche, warme und gut gefüllte Kneipe im draußen nasskalten November. Des Musikers Ohr wird aufs schwerste verwöhnt, was die Laune auf der Bühne ungemein steigert. Das wohlwollende, allgäuer Publikum bemerkt widerum diese entspannte Freudigkeit und tut seinerseits das übrig dazu. Man lauscht aufmerksam und tanzt. Sehr schön! Vielen Dank und bis bald in Immenstadt!

November 9, 2009

Melancholy Mechanics

Schonmal ein kleiner Anfang des Reiseberichts vom Wochenende, den ich Freitag Nacht noch geschrieben, scheinbar aber nicht mehr veröffentlicht habe:

Es ist mitten in der Nacht, sechs Bertholinis genießen noch ein quöllfrisches Appenzeller im Backstageraum des Luzerner Treibhauses und die gediegene Müdigkeit eines langen, schönen, zunächst dahintreibenden, dann sich deutlich verdichtenden und schließlich konzertant kulminierenden Tages kommt über uns. Wie bereits auf vergangenen Reisen festgestellt, lohnt das Überqueren der Schweizer Grenzen in vielerlei Hinsicht. Nettigkeiten allenthalben, landschaftliche Hochgenüsse – und die allgemeine Freundlichkeit mündet wie selbstverständlich in ein vollends wertgeschätztes Konzert. Die Schweiz, Mannomann! Nach einem ebenfalls – aber völlig anders – verblüffenden Abend in Augsburg war diese Klangkur in den Alpen genau das richtige.

Einen Abend zuvor hatte uns das Kellergewölbe der Augsburger Mahagonibar das eine oder andere klangliche Bein stellen wollen. Gewohnt souverän meisterten jedoch Todor und Oszkar die durch das äußerst euphorisierte Publikum in der ersten Reihe zunächst etwas merkwürdige Stimmung. Sehr laut, sehr warm, schwieriger Sound, enge Bühne, insgesamt trotzdem erstaunliche Stimmung unter der örtlichen mehr Elektro- als Indiedisko.

Mehr fällt mir heute Nacht dazu nicht mehr ein. Das warme, nette Konzert inmitten sympathischer Menschen (Danke an DJane Jim für die Musik nach dem Konzert) bleibt damit hier leider unter Wert beschrieben. Jetzt gehts direkt ins Bett, vielleicht folgen morgen noch ein paar Zeilen. Gute Nacht!