Tag 2 in Rudolstadt und das Beste auf deutschen Balkonen

Wer hätte gedacht, dass sich die Erlebnisse des Konzertes am Samstag noch einmal wiederholen ja die emotionalen Überschlagungen gar zum kunstvollen Salto ausweiten könnten? Rudolstadt hatte sich auch am Sonntag fein herausgeputzt, die Sonne schien kräftig und ging gerade hinter der malerischen Heidecksburg unter, als wir im Garten auf der Burgterasse, auf der wohl schönsten der schönen Bühnen des Festivals noch einmal befreit aufspielen durften. Ein Fest der Sinne! Vor und auch auf der Bühne! Ich will mich gar nicht in weiteren Superlativen versuchen, aber der entspannt warme Juliabend im Burghof mit den Rudolstädtern wird die Bertholini-Herzen noch lange bewegen. Für uns ein absoluter Traum! Danke! Da muss man, wie auch Hans Söllner kurze Zeit später im Burghof wusste, schon wirklich einmal lobend Danke sagen! An dieser Stelle übergebe ich kurz die Tastatur, um über einige Geschehnisse am Rande des Festivals berichten zu lassen – sozusagen eine schriftliche Sondersendung – oder besser gesagt ein…

Semi-Esoterisches Addendum
Der gestrige Tag lässt vermuten, dass der Karma-Topf, in den man mit guten Taten einzahlt, wirklich und beinahe bewiesen kein Bodenloser ist, sondern bei besonders hohen Einzahlungen auch durchaus in der Lage ist, schnell Dividenden auzuschütten.
Aber zunächst zu unserer Einzahlung: am Nachmittag hatten wir die Zeit, ein wenig durch den Park zu schlendern, die großartigen Deadly Gentlemen zu hören und Congo-Trance zu erleben. Auf dem Rückweg von eben diesem Park rettete Lobos einer großen, grünen Raupe potenziell das Leben, indem er sie vom Fußgängerweg in die Wiese umsiedelte. Nur 500 Meter weiter, auf der gleichen Straße (von nun an Karma-Meile genannt), fanden wir auf der Treppe zum Bahnhof den gleichen älteren Herren, von dem wir zwei Stunden früher gedacht hatten, er genösse seine freie Zeit und schlummert ein wenig im Schatten. Felix sprach ihn an und der Herr versicherte auf weder ganz nüchterne noch überzeugende Weise, dass es ihm gut gehe und er keine Sanitäter um sich herum haben möchte. Da wir aber eben dabei waren, möglicherweise Leben zu retten, sprachen wir die Sanitäter im nahen Cateringzelt auf diesen Herren an und ein kühles Getränk später war auch diesem hilflose Wesen geholfen worden.
Mit geschwollener Brust machten wir uns auf den Weg zur Burgterrasse, auf der wir kurz darauf spielen würden und fragten uns, ob das Karmakonto schnell, langsam, geballt oder tröpfchenweise zurückzahlt. Einen Auftritt später, bei dem auch durch Zufälle alles besser lief, als es planbar gewesen wäre, standen wir selig bei Hans Söllner und unserem Abschiedsbier und waren uns einig: ins Karmakonto einzahlen lohnt sich.

Einige Bilder von unserem unfassbaren TFF-Wochenende gibt es bereits hier bei Flickr. Das sollten in den nächsten Tagen auch noch mehr werden, reinschauen lohnt sich auf jeden Fall! Kommen wir nun zu etwas ganz anderem…

Erster auf dem deutschen Balkon!

Ein leider weit entfernter Höhepunkt des Wochenendes wartete ebenfalls mit einer enormen Überraschung auf! Wir haben am vergangenen Freitag tatsächlich den Balcony TV Music Award 2009 in der Kategorie Best New German Act gewonnen. Einige wenige Infos vom Balkon selbst gibts u.a. hier, abgesehen von der Erfolgsmeldung haben wir – weil unterwegs – auch noch nicht viele Informationen. Die Veranstaltung scheint von der Polizei aufgelöst worden zu sein, es war also wohl ein rauschendes Fest! Wir freuen uns jedenfalls riesig über die Auszeichnung! Vielen Dank nach Hamburg/Dublin/London! Der Award ist bereits auf dem postalischen Weg zu uns! Gratulation! Zum Glück hatten wir bereits letzte Woche kurz Zeit, dieses Danke-Video zu produzieren! So eine Überraschung…

Advertisements

Ein Gedanke zu „Tag 2 in Rudolstadt und das Beste auf deutschen Balkonen

  1. Alexander

    Lieber Bertholini,

    bin gerade aus Rudolstadt zurück. Während ich so hier sitze und mich frage, ob ein Leben nach Rudolstadt noch möglich ist, finde ich auf deiner Webseite eine schönen Beitrag über das Festival.
    Nun sei vorweg erwähnt, dass ich euch zum ersten Mal live gesehen habe, und nun bertholinisiert bin. Habe auch gleich das zweite Konzert auf der Burg besucht.
    Es kommt noch schlimmer. Ich habe trotz festivalbedingter katastrophaler Haushaltslage eine Bertholini-CD gekauft. (Aber niemand hat je behauptet, dass man jeden Tag essen muss. )

    Irgendwie schwebte ein guter Geist über dem ganzen Festival. Du musst das wohl instinktiv auch gespürt haben, und hast in einer Art Überreaktion gleich eine gute Tat begangen.
    Als ich also am Sonntagabend zuerst euch und dann den Hans Söllner gesehen hatte, bin ich ganz langsam von der Burg runtergegangen und noch einmal durch die Stadt geschlendert. Dort war schon lange Feierabend und die große Bühne am Markt wurde bereits abgebaut. Da entdeckte ich in einer Ecke vom Markt ein kleines Grüppchen Leute. Ich ging dorthin. Da spielten die „Deadly Gentlemen“. Einfach so. Ohne Bühne , ohne Verstärker. Sie spielten bestimmt eine dreiviertel Stunde. Und das gegen den Abbau-Lärm. Die hatte der Festivalspirit auch erfasst. Und ein „german beer“ später versammelten sie die letzten 50 melancholischen Seelen um sich und schickten uns dann mit einem „hey guys, see ya next year“ nach Hause.

    Hoffentlich spielt ihr bald in meiner Nähe,
    Alles Gute
    Alexander (the great)

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s