Irrfahrt im Allgäu

Es ist Freitag der 13. und ich finde endlich Zeit euch die verblassenden Eindrücke vom letzten Wochenende nachzuliefern. Einige Andeutungen zum schwierigen Abend in Augsburg und dem sehr netten Abend in Luzern sind ja schon gefallen, die letzte Station auf unserer Dreitagesreise war das idyllische Immenstadt im Allgäu.

Der eigentlich nicht so weite Weg von Luzern nach Immenstadt wurde leider unnötig in die Länge gezogen. Ob reine Fehlbedienung oder einfach veraltetes Kartenmaterial – wir wurden einmal mehr belehrt, dass blindes Vertrauen in modernes Navigationsequipment (mein Bruder und Geographieprofessor Joszef wird mir da sicher beipflichten) nicht immer ratsam und mitunter sogar gefährlich sein kann. Nicht dass die „monumentale Abkürzung“ nicht idyllisch gewesen wäre, das eine oder andere Panorama hätte gar als Bollywoodkulisse herhalten können. Allerdings hätten die so vergeudeten Stunden dem ein oder anderen gesundheitlich angeschlagenen Bertholini in einem Hotelbett besser zu Gesicht gestanden. Über die Ansteckungsgefahr in Tourbussen ist hier glaube ich schon einmal geschrieben worden. Glücklicherweise scheint die Inkubationszeit von Todors übler Erkältung aber etwas länger gewesen zu sein, so dass am Abend im Immenstadt lediglich Laszlo schon erste Anzeichen des Befalls zu spüren bekam (an den folgenden Tagen streckte es dann auch Gabor, Lobos und den armen Janos darnieder). Aber wir wollen nicht jammern und stattdessen vom vermeintlich gesunden Konzert in Immenstadt berichten.

Die Bezeichnung Jugendzentrum sorgt beim jungen, aber mittlerweile durchaus herumgekommenen Bertholini immer für eine kleine Portion Skepsis, was Umfeld und Publikum des Konzertes angeht. Glücklicherweise erhöht diese – ich will gar nicht sagen, dass sie vollständig unbegründet wäre – Skepsis jedoch wie in diesem Fall die Chance, positiv überrascht zu werden. Das Rainbow in Immenstadt ist eine sehr gemütliche, kleine Kneipe mit vielen Sofas und heimeligen Ecken. Das wirklich überraschende sind aber die wahrlich herausragenden klanglichen Eigenschaften. Trotz nicht allzu großer technischer Möglichkeiten hatten wir einen völlig verbüffenden, tollen Sound auf der kleinen Bühne (großen Dank an Übi, den Techniker vor Ort). Und damit haben wir auch schon die Zutaten für den erstaunlichen Abend beisammen. Eine gemütliche, warme und gut gefüllte Kneipe im draußen nasskalten November. Des Musikers Ohr wird aufs schwerste verwöhnt, was die Laune auf der Bühne ungemein steigert. Das wohlwollende, allgäuer Publikum bemerkt widerum diese entspannte Freudigkeit und tut seinerseits das übrig dazu. Man lauscht aufmerksam und tanzt. Sehr schön! Vielen Dank und bis bald in Immenstadt!

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