Unter den Windrädern

Das Rock-im-Mai-Festival im idyllischen Dardesheim liegt hinter uns und damit auch unser diesjähriger Open-Air-Auftakt. Erfreulicherweise lässt sich berichten, dass die grundsätzlichste aller Rahmenbedingungen bei derartigen Veranstaltungen – das Wetter – glänzend aufgelegt war. Strahlende Sonne tagsüber und auch Nachts noch durchaus angenehme Temperaturen. Das Festivalgelände liegt etwas außerhalb des kleinen Örtchens auf grünen Hügeln und ist tatsächlich von den versprochenen 33 Windrädern förmlich umzingelt. So kam es also, dass wir im Spannungsfeld zwischen alter Don Quijott’scher Bedrohung und modernster regenerativer Energieproduktion unseren freiluftigen Sommerauftakt begingen. Zur nächtlichen Stunde unseres Konzerts waren davon freilich nur die ungewöhnlicherweise etwas unrhythmischen, roten Blinklichter in ferner Höhe zu sehen. Aber der Reihe nach…

Als wir am frühen Abend auf dem Gelände ankamen, war der alljährliche Bandcontest der hiesigen Musikszene in vollem Gange. 6 Bands waren angetreten im Halbstundentakt das Publikum – eine Jury gab es nicht, die anwesenden Zuhörer entschieden per Stimmzettel – zu überzeugen. Zwischen dem Auftritt der letzten Wettbewerbsband und der finalen Siegerehrung war es dann an uns, die Festivalgäste bei Laune zu halten. Eine überraschend schwierige Aufgabe wie sich herausstellte, waren die Anwesenden doch mehrheitlich sehr junge Anhänger einer der Contestbands, denen die Nervosität bezüglich der bevorstehenden Entscheidung zunächst deutlich anzumerken war…

An dieser Stelle muss ich einen kurzen Einschub einschieben und eine für den einen oder anderen vielleicht unangenehme Frage stellen. Ähnliches wie in Dardesheim ist uns schon gelegentlich auf Festivals und in Clubs widerfahren und auch diesmal kam ich nicht umhin mir dazu Gedanken zu machen: Ist es Absicht und damit bewusste Boshaftigkeit seitens der oder des Technikers – und an dieser Stelle konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf den Lichttechniker – wenn er eine Band (in diesem Fall uns) über längere Zeitspannen in gleißend hellem und weißem Licht stehen lässt? Oder ist das reiner Zufall? Hat in diesen Momenten der Lichtmann seine im rechtlich zustehende Pause? Oder ist aus anderen Gründen gerade niemand am Lichtpult? Jedenfalls: Sollten wir mit irgendeiner mir nicht bewussten, unsererseits unverschämten Handlung diese visuelle Eintönigkeit provoziert haben, möchte ich mich an dieser Stelle in aller Form dafür entschuldigen. Vielen Dank, Ende des Einschubs.

Mit fortschreitender Konzertdauer wurde jedenfalls die Stimmung noch deutlich besser, die Nervosität legte sich wohl ein wenig. In einem furiosen Finale bat schließlich Todor alle Bands noch einmal auf die Bühne, so dass wir bei den letzten beiden Songs der Zugabe etwa 25 bis 30 Musiker (ohne Instrumente) auf der Bühne hatten. Ein grandioses Vergnügen!

Schon am kommenden Wochenende geht es folgendermaßen weiter: am Freitag (27.5.) sind die Great Bertholinis zu Gast im Kulturkeller Kreuz in Fulda. Und am darauffolgenden Sonntag spielen wir im Rahmen des Hafenfests Marburg auf einer schwimmenden Bühne auf der Lahn. Bis dahin!

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