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Wieder auf dem Balkon

Ich hatte es ja schon kurz erzählt. Während unseres Kurzbesuchs an der Ost- und Nordsee vor knapp zwei Wochen waren wir auch wieder zu Gast bei BalconyTV, dem Balkon-Fernsehsender über dem Hamburger Spielbudenplatz. Das entstandene Video ist seit kurzem Online und das möchte ich euch hier natürlich nicht vorenthalten. Viel Spass!

Wir sehen uns hoffentlich in der kommenden Woche bei unseren hungarisch-kanadischen Double-Feature-Shows in Halle und Erfurt am 12. und 13. Oktober! Bis dann!

Von Husum und Transformation

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Was ich euch gestern noch vorenthalten hatte war unser samstäglicher Besuch bei BalconyTV. ‚I am can‘ wird demnächst in der Balkonversion hier zu sehen sein, wir geben euch natürlich Bescheid.

Tag drei unserer nordischen Wochenendtour führte uns in den Speicher nach Husum, viel nördlicher kann man in Deutschland kaum spielen. Schon beim Soundcheck zeigte sich, dass der schöne alte Saal des Ziegelsteingebäudes eine tolle Akustik zu bieten hat. Auch ganz allgemein war die Atmosphäre etwas gediegener als an den beiden Abenden zuvor. Etwas weg vom pulsierend-lauten Clubgig, hin zum auch mal stillen Konzert im vermeintlich höheren Kulturmillieu. Und auch wenn wir uns in beiden dieser „Welten“ sehr wohl fühlen, scheinen wir in der Letzteren meist vor allem deshalb so gut anzukommen, weil mit fortschreitender Dauer des Abends ein Hauch des Ersteren aufkommt. Schwer zu erklären! Es ist jedenfalls ein toller Moment und vor allem ein großer Spass, wenn diese „Transformation“ – so wie gestern – passiert. Dabei bleibt mitunter nicht aus, dass sich ein kleiner (der Transformation unwilliger) Teil des Publikums vorzeitig verabschiedet. Das ist freilich schade, schärft aber vielleicht sogar die Bindung zu den weiterhin Anwesenden. Ein sehr schönes Konzert jedenfalls und – da waren wir uns mit den Veranstaltern einig – hoffentlich nicht unser letztes in Husum.

Und noch ein Highlight des Abends jenseits des Konzerts: Nachdem uns der Blick über den Deich am Nachmittag aus zeitlichen Gründen verwehrt geblieben war (ganz  Hamburg kämpft scheinbar gerade gegen zahlreiche Baustellen an empfindlichen Stellen) hatten wir dann des Nächtens noch das Vergnügen einer Rotwein-Wanderung ans Watt. Natürlich nicht ohne Flutkundige einheimische Begleitung aus der örtlichen Bio-Szene. Toll war das, vielen Dank!

Tag 2 in Rudolstadt und das Beste auf deutschen Balkonen

Wer hätte gedacht, dass sich die Erlebnisse des Konzertes am Samstag noch einmal wiederholen ja die emotionalen Überschlagungen gar zum kunstvollen Salto ausweiten könnten? Rudolstadt hatte sich auch am Sonntag fein herausgeputzt, die Sonne schien kräftig und ging gerade hinter der malerischen Heidecksburg unter, als wir im Garten auf der Burgterasse, auf der wohl schönsten der schönen Bühnen des Festivals noch einmal befreit aufspielen durften. Ein Fest der Sinne! Vor und auch auf der Bühne! Ich will mich gar nicht in weiteren Superlativen versuchen, aber der entspannt warme Juliabend im Burghof mit den Rudolstädtern wird die Bertholini-Herzen noch lange bewegen. Für uns ein absoluter Traum! Danke! Da muss man, wie auch Hans Söllner kurze Zeit später im Burghof wusste, schon wirklich einmal lobend Danke sagen! An dieser Stelle übergebe ich kurz die Tastatur, um über einige Geschehnisse am Rande des Festivals berichten zu lassen – sozusagen eine schriftliche Sondersendung – oder besser gesagt ein…

Semi-Esoterisches Addendum
Der gestrige Tag lässt vermuten, dass der Karma-Topf, in den man mit guten Taten einzahlt, wirklich und beinahe bewiesen kein Bodenloser ist, sondern bei besonders hohen Einzahlungen auch durchaus in der Lage ist, schnell Dividenden auzuschütten.
Aber zunächst zu unserer Einzahlung: am Nachmittag hatten wir die Zeit, ein wenig durch den Park zu schlendern, die großartigen Deadly Gentlemen zu hören und Congo-Trance zu erleben. Auf dem Rückweg von eben diesem Park rettete Lobos einer großen, grünen Raupe potenziell das Leben, indem er sie vom Fußgängerweg in die Wiese umsiedelte. Nur 500 Meter weiter, auf der gleichen Straße (von nun an Karma-Meile genannt), fanden wir auf der Treppe zum Bahnhof den gleichen älteren Herren, von dem wir zwei Stunden früher gedacht hatten, er genösse seine freie Zeit und schlummert ein wenig im Schatten. Felix sprach ihn an und der Herr versicherte auf weder ganz nüchterne noch überzeugende Weise, dass es ihm gut gehe und er keine Sanitäter um sich herum haben möchte. Da wir aber eben dabei waren, möglicherweise Leben zu retten, sprachen wir die Sanitäter im nahen Cateringzelt auf diesen Herren an und ein kühles Getränk später war auch diesem hilflose Wesen geholfen worden.
Mit geschwollener Brust machten wir uns auf den Weg zur Burgterrasse, auf der wir kurz darauf spielen würden und fragten uns, ob das Karmakonto schnell, langsam, geballt oder tröpfchenweise zurückzahlt. Einen Auftritt später, bei dem auch durch Zufälle alles besser lief, als es planbar gewesen wäre, standen wir selig bei Hans Söllner und unserem Abschiedsbier und waren uns einig: ins Karmakonto einzahlen lohnt sich.

Einige Bilder von unserem unfassbaren TFF-Wochenende gibt es bereits hier bei Flickr. Das sollten in den nächsten Tagen auch noch mehr werden, reinschauen lohnt sich auf jeden Fall! Kommen wir nun zu etwas ganz anderem…

Erster auf dem deutschen Balkon!

Ein leider weit entfernter Höhepunkt des Wochenendes wartete ebenfalls mit einer enormen Überraschung auf! Wir haben am vergangenen Freitag tatsächlich den Balcony TV Music Award 2009 in der Kategorie Best New German Act gewonnen. Einige wenige Infos vom Balkon selbst gibts u.a. hier, abgesehen von der Erfolgsmeldung haben wir – weil unterwegs – auch noch nicht viele Informationen. Die Veranstaltung scheint von der Polizei aufgelöst worden zu sein, es war also wohl ein rauschendes Fest! Wir freuen uns jedenfalls riesig über die Auszeichnung! Vielen Dank nach Hamburg/Dublin/London! Der Award ist bereits auf dem postalischen Weg zu uns! Gratulation! Zum Glück hatten wir bereits letzte Woche kurz Zeit, dieses Danke-Video zu produzieren! So eine Überraschung…