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Des Sommers Mitte

Ich hatte ja versprochen, noch mehr vom Orange Blossom Special in Beverungen zu erzählen. Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als Worte und bewegte Bilder wiederum mehr als still stehende, hier also gleich ein vielleicht sogar bewegender Film von besagtem Festival. ‚J.F.Boone‘, der letzte Song unseres Sets inklusive Ballon-vom-Balkon-Überraschung:

Mittlerweile ist der Sommer in vollem Gange und so ist auch unsere Lust im Freien zu Konzertieren auf dem Höhepunkt angekommen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir noch eine neue und ganz wundervolle Freiluftveranstaltung in unseren Tourkalender aufnehmen dürfen: Am 15. August werden wir beim Nürnberger Brückenfestival dabei sein. Ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass uns mit keinem anderen Festival mehr verbindet. Jeder von uns Bertholinis hat hier schon großartige Konzerte vor, hinter und auf der Bühne erlebt. Und vom Geschehen abseits der Bühnen ganz zu schweigen. Ich persönlich kann mich beispielsweise an schweißtreibende Arbeitsstunden zwischen Ausschank und Kühlwagen einnern. Oder daran, dass es im dritten Jahr in Folge schon fast Routine war, die 30 Leinen der damaligen Deckenabhängung unter der Brücke zu montieren. Oder an hektisches Würstchen-besorgen am Samstag Abend um halb zehn. Oder nächtliches Zusammenkehren um zwei Uhr Nachts. Ist schon ein paar Jahre her das alles! Und noch viel mehr traumbunte Erinnerungen spitzen hinter dem luftigen Schleier der Vergangenheit hervor, aber genug davon! Ich freu mich jedenfalls narrisch, wieder einmal unter dieser Brücke zu spielen! Also merken: 15. August, 19:20 Uhr unter der Theodor-Heuss-Brücke in Nürnberg. Außerdem sind – dieses Jahr erstmals schon ab Donnerstag – dort zu sehen: u.a. Moop Mama, Art Brut, Talisco, Husky, … Obendrein unsere Freunde von Cub & Wolf und Monokini (Sandor!). Fein wird das!

Ein kurzer Konzertbericht vom Bürgerfest in Gunzenhausen steht hier auch noch aus. Da muss ich erstmal vorweg schicken, dass wir das Konzert noch unter dem Namen „Limestival“ zugesagt hatten. Mittlerweile weiß ich, dass dieser Name und das zugehörige Konzept aber nach drei Jahren wieder gekippt wurde und die Veranstaltung einfach wieder nach dem benannt wurde was es ist: ein Bürgerfest nämlich. Wie man sich das eben so vorstellt. Mit Bier, Bratwurst und Budenzauber. Oder vielleicht noch etwas ins modernere schwappend: mit Sprizz, Hugo und Tapas. Und eben auch mit vielen, vielen Leuten im Gunzenhausener Stadtkern. Wobei einige der schlendernden und auch (Bierbank-) sitzenden Menschen wohl etwas überfordert waren mit den Great Bertholinis. Das war aber ganz natürlich, nicht weiter tragisch und ging uns umgekehrt auf der Bühne ja teilweise auch nicht anders. Relativ schnell hatten wir uns zudem mit einer in vollen Zügen genießenden Kinderhorde verbrüdert. Und dawaren freilich die jungen Eltern auch nicht weit! So bildete sich dann doch eine ansehnliche Traube von bleibenden Zuhörern mit denen sich ein sehr schöner Konzertabend entwickelte. Das Wetter war ohnehin bestens (noch nachts um ein Uhr waren es nur knapp unter 30 Grad) und wenn der Sound vor der Bühne nur halb so gut war wie auf der Bühne (Danke Sebbi), dann war’s immernoch ein echter Ohrenschmaus. Siggsders!

So! Der Juli saust vorbei und wir sind am 8. August wieder live auf dem Folklorefest in Krefeld zu sehen. Bis dahin!

Euer Zoltán 

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Der Sommer ist da!

Wir sind früh wieder aufgebrochen und die untergehende Sonne begleitet uns gerade malerisch auf dem Heimweg vom in.die.musik Festival in Hof. Das Festivalgelände befindet sich im örtlichen „Stadion an der Ossecker Straße“. Die Bühne ist zur überdachten Tribüne hin ausgerichtet, sodass im Falle von kurzen Regengüssen (dazu später mehr) quasi 90% des Publikums trockenen Unterschlupf findet. Weiterer Vorteil des Stadiongeländes sind freilich sehr komfortable Backstageräumlichkeiten. Die uns zugeteilte Teamkabine („Gast“) mit eigener Mannschaftsdusche (sehr angenehm) lag direkt neben den identischen Kabinen der anderen Bands, namentlich waren das Abramowicz, Trümmer, Egotronic und Antilopen Gang. Ein durchaus illustres line-up also.

Endlich Sommer, endlich Open Air Festivals, Hurra! Technisch immer wieder spannend ist dabei die Tatsache, dass in den kurzen Umbaupausen eigentlich kein kompletter Soundcheck stattfindet, sodass dem ersten Song bzw. dem ersten Einsatz der gesamten Band eine besondere Bedeutung zukommt. Dieser kurze, herrliche Moment – Wie klingts? Hör ich alles? Hör ich mich? Knallts oder pfeifts irgendwo? – ist psychologisch sehr bedeutsam für den Verlauf des gesamten weiteren Konzerts. Zwischen völliger Euphorie und mittelmäßiger Panik ist dabei eigentlich das gesamte emotionale Spektrum möglich. Heute lagen wir definitiv am positiven Ende der Skala. Die frühe Spielzeit bescherte uns erfreulicherweise erstmal gleißenden Sonnenschein zu Beginn. Grinsende und aufmerksame Gesichter, wiegende, Händchen haltende Menschen, wunderbar. Höhepunkt des frühen Abends ist dann schließlich ein heftiger Regenschauer pünktlich zu unserem letzten Song, der eine hartnäckige Schar aber erst recht zum Tanzen anspornte. Festival eben.

Ein noch viel größeres Festivalvergnügen muss an dieser Stelle wenigstens noch Erwähnung finden. Mein Bericht zum Orange Blossom Special vor drei Wochen musste leider aus persönlich-zeitlichen Gründen entfallen. Immerhin soviel sei gesagt: es ist uns die allergrößte Freude und Herzensangelegenheit gewesen auf diesem legendären Festival schon zum zweiten Mal zu spielen! Bei Gelegenheit muss ich davon noch berichten, u.a. hier wird das Festival an sich und auch unsere Show dort ausführlicher beleuchtet.

Außerdem nachzutragen und vor allem zu zeigen ist unser neues kleines „Tanzvideo“ zu ‚Caribbean home‘:

Mittlerweile ists dunkel draußen und vier von acht seligen Bertholinis sind fast am Proberaum angelangt. Ausladen ist angesagt. Schönen Abend, genießt die Sommertage und bis demnächst.

Euer Zoltán

Welch ein Fest! oder Das Orange Blossom Special 15

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Ich stecke gerade in der Zwickmühle, dass ich wohl leider viel zu matt und unausgeschlafen bin, um all die Schönheiten und Nettigkeiten unseres gestrigen Tages auf besagtem Festival (kurz einfach OBS genannt) gebührend zu schildern. Uns wurde schon im Vorfeld nur Gutes erzählt und auch die Schilderungen von Gabor und Lászlo, die schon am Freitag angereist waren, um beim Konzert unserer schwedischen Freunde von Golden Kanine mitzuwirken, verhießen nur Allerbestes. Letztlich ist die gesamte Veranstaltung geprägt vom wohlwollenden und hoch musikaffinen Miteinander, ein Geist der sowohl am Crèpes-Stand ganz hinten auf dem Gelände, als auch und erst recht vor, auf und hinter der Bühne spürbar ist. Nicht umsonst lautet das diesjährige Motto „You’re at home, baby“. Und tatsächlich: die liebevolle und familiäre Stimmung ist auf dieser kleinen Perle von Festival wohl einzigartig in ganz Deutschland. Ein Traum, dabei zu sein…

Nach einem herrlichen Happen vom bravourösen Buffet ging es für uns relativ zügig zum Um- und Aufbauen, wir sollten doch schon um 15:30 auf die Bühne (und wieder zeigte sich, dass wir trotz unserer großen Besetzung und des daher erhöhten Umbauaufwands in der Lage sind, auch besorgte Stage Manager glücklich zu machen…). Glücklicherweise war nach einem etwas trüben Vormittag mittlerweile der Himmel strahlend blau, so dass der Blick von der Bühne auf wohl über 1000 strahlende Gesichter fiel – tolle Kulisse also. Apropos Kulisse, die Besonderheiten der Bühne müssen hier auch noch erwähnt werden. Diese kann nämlich mit einer mit rotem Samt bespannten Holzkonstruktion, edel anmutenden Teppichen und einem üppigen Kronleuchter im Gebãlk ohne weiteres als Wohnzimmer im Freien bezeichnet werden. Da fühlt sich der Musiker, insbesondere der Bertholini wirklich wie zu Hause! Dementsprechend euphorisch – freilich begleitet von einer nicht zu leugnenden WDR-Nervosität in den ersten Minuten – war dann auch das Konzert. Glückliche Band, guter Sound, Qualitätspublikum, ein traumhafter Samstag Nachmittag also. Der frühe Abend hatte dann mit der kanadischen Band Dan Mangan  noch eine sehr positive Überraschung zu bieten. Und auch der Headliner des Abends – Gisbert zu Knyphausen – zeigte sich schwer begeistert von Festival und Publikum. Es bleibt letztlich ein wohlig-behagliches und sehr positives Glücksgefühl in Erinnerung. Vielen Dank OBS!

Weiter gehts wie so oft schön am nächsten Wochenende auf dem Folkfest in Duisburg. Bis dahin

Euer Zoltán