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Braunschweig Nexus 

Ich hab gerade nochmal nachgesehen, wir waren bereits 2010 im Nexus in Braunschweig auf der Bühne gestanden. Damals kamen wir Mitte Dezember aus dem nahen Magdeburg durch den Schnee und haben nach dem Konzert im vollen Club noch ein rauschendes Vorweihnachtsfest gefeiert, das unter dem Namen „Goburtstag“ in die Bandhistorie einging. Kinder, wie die Zeit vergeht…

Sehr schön war’s auch gestern, freilich nicht so rauschend und vorweihnachtlich wie damals (Witterungsmäßig könnte man fast vom ersten milden Abend des Jahres sprechen). Die gemütliche Bühne hat nichts von ihrem rustikalen Charme eingebüßt: der gerahmte, röhrende Hirsch in Öl hängt nach wie vor, auch die Kuckucksuhr (wenn ich mich nicht irre ist ein Plüschrehkopf dazugekommen…). Sehr herzlicher Empfang, netter Techniker, veganes Catering, voller Saal, guter Bühnensound, tanzendes Publikum, Zugaben, Blockflöten, mmh … alles Wunderbar! Danke Nexus! Hoffentlich in ein paar Jahren wieder!

Was gibt es sonst Neues? Im Proberaum entstehen gerade neue Songs, mal sehen, ob im Open Air Sommer davon schon was zu hören sein wird. Apropos, ein neuer Termin unter freiem Himmel ist noch reingekommen: am 15. Mai (eine Woche vor dem großartigen OBS) in Altdorf. Die Planungen für den Konzertherbst laufen freilich auch schon. Eine kleine Videoüberraschung haben wir auch noch in Petto, ist aber noch nicht vorzeigbar. Ein anderes Video, dass hier noch nicht zu sehen war hab ich allerdings noch. So sieht es aus, wenn man die Bertholinis direkt aus dem Tourbus in ein Parkwäldchen in Hannover stellt:

Mit Konzerten geht’s in zwei Wochen weiter, am 24.4. im Objekt 5 in Halle. Auch da waren wir schon mal vor vielen vielen Jahren. Kinder, wie die Zeit vergeht…

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Mitten im Schnee

Trotz einer etwas waghalsigen Wetterprognose haben wir uns vorgestern in der Hoffnung aufgemacht, nicht unmittelbar mit dem Schneesturm Petra in Kontakt zu kommen. Und die liebe Petra hat uns tatsächlich den Gefallen getan und unseren Anreiseweg nach Magdeburg weitgehend verschont. Der dortige Moritzhof ist tatsächlich ein Innenhof, an den aber neben einer Kneipe und einem kleinen Kino im Vorderhaus ein stattlich renovierter, an das alte Gemäuer aber noch erinnernder Konzertsaal grenzt. Leider scheint die Renovierung die Heizungsanlage nicht mit eingeschlossen zu haben. Ein wackerer Gasbrenner mühte sich redlich, konnte aber bis zum Abend keine überzeugende Wärme in den großen Saal bringen. Hatte Petra unsere Anreise noch verschont, schlug Sie dann am Abend doch noch zu – in Form von 10 bis 15 cm Neuschnee. Zumindest kann das Wetter in diesem Fall als dankbare Ausrede für den mangelnden Publikumszuspruch angeführt werden. Sagen wir mal, es war ein sehr intimes Konzert und die Leute die da waren fanden sichtbar Gefallen daran.

Nächstes Ziel am gestrigen Freitag war dann das Nexus im 100 km entfernten Braunschweig. Ganz andere Atmosphäre! Eine kleine gemütliche (warme!) Kneipe mit einem fast noch gemütlicheren kleinen Saal im „Hinterzimmer“. Etwas verwinkelt, im Stil eines alteingesessenen, alternativen Kulturzentrums. Teppichboden auf der Bühne, an der Wand auch mal ein röhrender Hirsch in Öl, die Türen übersät mit Aufklebern, in einer Ecke ein mehr als abgegriffener Kicker, der schon beim Soundcheck seine Starken zeigen kann. Wir fühlen uns von Anfang an sehr wohl und erfreulicherweise werden am Abend auch unsere aufkommenden Zweifel am Dezember als Tourmonat zerstreut. Der Saal füllt sich schnell und die anwesenden Braunschweiger stacheln uns zu einem absolut würdigen Jahresabschlusskonzert an. Wunderbarer Abend! Danke!

Wir wünschen nun erstmal Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr! Weiter geht unsere Tour nach einer kurzen Feiertagsunterbrechung am 15. Januar in Marburg. Dort wartet ein schönes Wiedersehen mit unseren skandinavischen Freunden von Golden Kanine. Bis dahin.

Drachenfliegen in Braunschweig

Endlich ist die Familie wieder unterwegs. Leider ist bei unserem Kurztrip in den Norden unser Cousin und Techniker Felics nicht dabei. Es liegt ein leises Gefühl der Unvollständigkeit in der Luft, sein Platz im Bus ist leer! Aber es wird auch so gehen – müssen…

Es ist wie gesagt länger her, dass wir tatsächlich gemeinsam unterwegs sind. Die beiden Einzelkonzerte in München und Nürnberg zählen nicht so richtig, erst seit heute ziehen wir wieder mehrere Tage am Stück durchs Land. Nach Norden, aber das hab ich ja schon erwähnt. Das Land sieht mittlerweile auch schon ein bisschen mehr nach Frühling aus, was die lange Anreise nach Braunschweig insgesamt angenehmer macht. Hier ein Blick in ein frischgrünes Tal, dort blitzt die Sonne durch den Wald, fluffige Wolken im Sonnenuntergang – schön ist das. Aber was schreib ich? Eigentlich solls hier ja um das heutige Konzert gehen.

Ich habe in den vergangenen Wochen des öfteren von schönen Locations und netten Sälen geschrieben. Von tollem Sound, wundersamer Beleuchtung und nettem Ambiente. Von so oft idealen Rahmenbedingungen für große kleine Konzerte! All das schien uns heute etwas den Rücken gekehrt zu haben. Das Jugendzentrum Drachenflug in Braunschweig ist bei Tageslicht eine recht karge Adresse. Im Saal stehen auf Linoleumboden ein Kicker, eine Tischtennisplatte, nebenan die Bar und der fast obligatorische Billardtisch. Eine kleine Gesangsanlage wird noch aufgebaut, Monitore werden noch schnell organisiert – „das klappt schon alles irgendwie“ sagt der Veranstalter. Muss ja!

Aber zum Glück behält er recht! Das Drachenflug bleibt zum Glück nicht so karg wenn Menschen drin sind. Und gut gelaunte dazu! Die tanzen auch bald! Und lachen und klatschen! Und sagen hinterher, dass das Konzert noch länger hätte gehen können. Die Musik vollbringt mal wieder Erstaunliches und Verbindendes! Trotz aller zunächst gewähnten Widrigkeiten also ein gutes Konzert. Im Fussball würde man von einem Arbeitssieg sprechen. Und der verschwitzte Schütze des einzigen Tores würde hinterher am Spielfeldrand sagen, dass es ein Zeichen von Qualität ist, wenn man auch solche Spiele gewinnt. Nix für den Ruhm also. Morgen Abend sieht alles schon wieder ganz anders aus. In der Hauptstadt wartet das Suppamolly auf uns. Und dort werden wir endlich wieder auf unsere kanadischen Freunde Rich, Kristin, Scott, Nichol und John treffen, die dort als Friendly Rich and the Lollipop People morgen ihre diesjährige Deutschland-Tournee eröffnen werden. Man darf gespannt sein!