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Endlich Bardentreffen!

Ein besonderes Live-Zuckerl war das letztwöchige Konzert auf dem Nürnberger Bardentreffen. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, um unzählige Bühnen in der ganzen Altstadt abzugrasen. An jeder Ecke stehen Musiker, Bands, Kleinkünstler aus ganz Deutschland und machen – erst recht bei ansprechener Witterung – das Bardentreffenwochenende alljährlich zum kulturellen Höhepunkt der Stadt. Die Größte der vielen Bühnen steht dabei auf dem zentralen Hauptmarkt und wir 8 Bertholinis hatten tatsächlich das Vergnügen und die Ehre, den diesjährigen Sonntag-Nachmittag dort zu eröffnen. Ich war schon als Kind vor dieser Bühne gestanden und ich muss ehrlich zugeben, dass mir der Gedanke daran im Vorfeld eine kleine Extraportion Nervosität einhauchte. Allerdings muss ich seitdem ein ganzes Stück gewachsen sein, denn die Bühne ist – wenn man dann endlich mal oben steht – eigentlich gar nicht so riesig, wie ich sie als Kind von unten erlebt hatte. Und nicht ohne Stolz konnte ich feststellen, dass wir mittlerweile schon auf größeren… aber das ist für den Moment egal.

Bardentreffen also, der Nürnberger Hauptmarkt, eine Prise Extra-Nervosität, das Wissen, es würde heiß werden (vor allem Todor, Oszkar und Janos bekamen die pralle Sonne aufs Haupt) und die Hoffnung, es würde voll werden. Problematisch ist in diesem Fall, dass der besagte Platz mit 1000 Leuten alles andere als voll wirkt. Das allerdings sollte nicht zu unserem Problem werden, denn schon zu Beginn des Konzerts hatten sich bereits weit mehr Leute eingefunden. Wie ich sonst auch manchmal zu Fussballvokabular neige möchte ich hier fast von einem echten Fussballfest und Heimspiel sprechen. Eine sehr positive Stimmung von Anfang an und die vorhin erwähnte Nervosität kam mir schon irgendwann beim Soundcheck abhanden. Das 90-minütige Set hatte einmal mehr zwei Live-Premieren zu bieten, sozusagen als Vorgeschmack auf die im Herbst anstehende Tour. Einen kleinen Ausschnitt könnt ihr hier selbst begutachten:


Der Link wurde uns erst gestern zugeschickt, sehr lobenswert solch überraschende Produktionen, von hier aus vielen Dank an KTS! Schön auch die warmen Worte von der roten Raupe.

Im Rückblick ein rundum schönes Konzert mit großen Momenten! Neben vielen Seifenblasen, hoffentlich vielen Fotos (Hilfesuchende für unsere Stop-Motion-Videoaktion bitte hier entlang), drei Zugaben und etlichen neuen Freunden gab es einmal mehr – und diesmal umso überraschender – den schon beim Burg Herzberg Festival erlebten Publikumskreis. Man denkt im ersten Moment, es ist wirklich ziemlich albern, aber dann überkommt einen doch die Gänsehaut! Echt erstaunlich. Danke an alle Beteiligten!

Wir begeben uns nun in eine kleine selbstgemachte Sommerpause und bereiten uns weiter auf die großen Dinge des diesjährigen Herbstes vor. Unser nächstes Konzert gibts am 23. September beim Reeperbahnfestival. Wem in der Zwischenzeit langweilig wird, kann gleich am nächsten Wochenende ein famoses Festival ebenfalls in Nürnberg erleben. Unser Freund das Brückenfestival findet auch dieses Jahr wieder unter der Theodor-Heuss-Brücke statt. Großartige Bands werden da sein (wir übrigens nur als Gast und nicht auf der Bühne): U.a. Who made who, The Black Box Revelation und Rainer von Vielen. Auch Golden Kanine aus Schweden seien euch an dieser Stelle wärmstens empfohlen. Mehr zum Festival gibts hier.

Final day – the wirsing experience

Ich kannte das englische Wort für Wirsing bisher nicht (savoy), aber fest steht, dass dieses Gemüse heute maßgeblichen Anteil an der vorläufigen Fertigstellung der Platte hatte (wie ihr wisst kommt ja der Gesang erst in einigen Wochen). An dieser Stelle einmal vielen, vielen Dank an Pablo, Elli und Dominik für die kulinarische Unterstützung in dieser Woche. Eben jener Pablo hat heute federführend die Zubereitung einer Wirsingsuppe übernommen.

Bereits vor diesem herrlich bodenständigen Abendessen war der nominell letzte Song (Arbeitstitel: „Alone“) wieder einmal aufwändig bearbeitet und aufgenommen worden. Ob und wie groß tatsächlich die Auswirkungen des Wirsings auf die seitdem realisierten Aufnahmen eines Bonustracks waren, lässt sich nur schwer beschreiben. Der entstandene Song hat – wie schon öfter in dieser Woche – seit dem ersten Aufnahmeversuch sein Gesicht völlig verändert. Allgemein kann man sagen, dass wir schon mit unglaublich vielen und schönen Ideen hier im Studio ankamen. Die Zusammenarbeit mit Gordon und Wolfgang hat das Material allerdings noch einmal dermaßen gepusht, dass ich nur gespannt bin, wie sehr uns und euch demnächst sowohl Hören als auch Sehen vergehen wird. Ein großes Dankedankedankeschön dafür!

Eine erstaunliche, überraschende, anstrengende, intensive und geile Woche klingt gerade mit dem Hören der Tracks aus („…ohne Scheiß…“). Prosecco wird angeschleppt, Gläser gefüllt, die ganze Belegschaft versammelt sich im Regieraum. Die Arbeit ist beendet, jetzt kann entspannt genossen werden, ein gemütlicher Abend steht uns bevor. Mannoman! Bis demnächst! Achja neue Photos gibts hier rechts auch schon…

Tag 4 – Wieder Nachtschicht

Guten Abend meine Damen und Herren! Leider hatte wordpress.com wohl in den letzten Stunden Probleme, die Seite war nicht erreichbar. Mittlerweile sind wir aber wieder online und ich kann euch lieber spät als nie die Ereignisse des heutigen Tages schildern. Was ist passiert in den letzten 24 Stunden? Der gestrige Abend war erstaunlich kurz, was hauptsächlich der Tatsache geschuldet war, dass wir den Song „Lost the key“ in einem phänomenalen „first take“ auf Festplatte bannen konnten. Die ersten Overdubs und Ausbesserungen dauerten bis kurz nach Mitternacht und wir waren erstmals in dieser Woche vor 2 Uhr im Bett – wohliges Ausschlafen nach getaner Arbeit also, sehr schön!

Der heutige Tag war geprägt von langwieriger Aufbauarbeit. Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns die schwierigeren Songs bis zum Ende aufgespart haben, oder ob einfach die Ansprüche ob der ersten Erfolge gestiegen sind. Die Arbeit an den ersten beiden Songs des heutigen Tages gestaltete sich jedenfalls deutlich schwieriger als bisher. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen! Sowohl Todors Song „Zucker Serenade“ (ganz mondän mit teilweise deutschem, teilweise englischem Arbeitstitel) als auch Oszkars „Sweet Marylou“ (Arbeitstitel) haben sich äußerst prächtig entwickelt. Mittlerweile ist auch der Basistake von „Happy to be here“ im Kasten und erster Optimismus macht sich breit. Nachdem nun der Großteil der Songs aufgenommen ist, wird das Bild des neuen Albums immer deutlicher. Und was für eines! Der lange vermiedene Vergleich mit der letzten Platte – einer sehr hohen Meßlatte – kann nun selbstbewusst angetreten werden. Erste wirre Stimmen wollten heute Nachmittag von einer Steigerung sprechen, in der jetzigen Euphorie würde wir dem wohl alle zustimmen. Jeder Tag hier ist allerdings so lange und intensiv, dass – und das geht uns wirklich allen so – wir uns beispielsweise an die Lieder von Dienstag schon kaum mehr erinnern können. Ein seltsames Phänomen! Ein objektiver Vergleich wird wohl erst mit etwas Abstand möglich sein. Ganz abgesehen davon, dass Albumtitel und Coverartwork noch ein gutes Wort mitzureden haben.

Für morgen bleiben nun noch zwei weitere Songs, ein durchaus machbares Pensum. Wir freuen uns diebisch über das entstandene Material und ich habe so das Gefühl, dass diese Platte noch einmal einen deutlichen Schub in der Bandhistorie bedeutet! Bis morgen…

Eine Bastion in Kirchheim/Teck

Kurz bevor es endlich in die Freiluftsaison geht melde ich mich nochmal kurz, um euch von unseren letzten Abenteuern in dunklen Stadtmauerverließen zu berichten. Unser schon das ganze Jahr andauerndes Bemühen neue Freunde in allen Winkeln des Landes zu finden (hier sind tatsächlich persönlich bekannte Menschen gemeint, keine „Anfrage-Angenommen“-Freunde; die haben wir auch gerne, aber das steht auf einem ganz anderen Blatt) fand eine weitere sehr erfreuliche Fortsetzung im idyllischen Kirchheim (und der Zusatz „Teck“ soll nicht unerwähnt bleiben).

In der schönen Schwäbischen Alb mussten wir zunächst einen langen und kühlen Felsengang entlang, um die Bühne des hiesigen „kulturellen-literarischen-politischen clubs“ (e.V.) Bastion zu besteigen. Am Ende dieses langen und dunklen Ganges wartet allerdings ein Gewölbekeller von ungewöhnlichen Abmessungen. Der Raum ist nicht direkt klein! Eher von der Sorte „klein“ die angenehmerweise recht schnell voll mit Leuten ist. Und der Raum ist vielmehr hoch, als lang und breit. Auf dem Rang (sozusagen im ersten Obergeschoss) findet sich gar eine 3-stufige Holztribühne mit Schalensitzen, wie man sie eher aus Fussballstadien kennt. Beim ersten Betreten wirkt das auf uns alles zunächst etwas kühl! Auch der kulinarische Empfang (der von der Fahrt ermattete Musiker freut sich im Allgemeinen durchaus über frisches Obst und liebevoll belegte Kleinigkeiten) kommt in Form von Butterbroten etwas sachlich daher.

Bei den Butterbroten muss allerdings eine ungewöhnliche Panne passiert sein, denn im Laufe des Abends lernen wir nicht nur die Veranstalter, sondern auch das hiesige Publikum als sehr hilfsbereit und geradezu fürsorglich kennen. Der Keller spielt seine guten Karten sofort aus und ist sehr schnell proppenvoll mit Bühnen-erfahrenem Stammpublikum. Und es dauert erfreulicherweise nicht lange bis die Anwesenden uns vollends vertrauen und dem musikalischen Diskurs leidenschaftlich folgen. Ich weiß nicht, ob es unten im Saal immer genauso wahrgenommen wird, aber es ist wieder einmal ein bisschen mehr als „nur ein Konzert“. Man verbringt einen gemeinsamen Abend, lacht, trinkt, erzählt Geschichten, teilt schöne Momente… So solls sein, ein wunderschöner Abend! Ein lautes Dankeschön an die Bastion in Kirchheim!

Weiter und endlich auch auf die Festival-Bühnen (wennauch noch nicht im Freien) gehts schon am kommenden Samstag beim Redbox-Festival in Dingolfing. Wir freuen uns und wie man liest freut sich auch das Festival auf uns: „Aber Vergleiche besagen nicht viel, das was wirklich zählt, ist die Tatsache, dass die Musik der Großen Bertholinis glücklich zu machen vermag.“ Mehr über das Festival in der roten Kiste gibts hier. Und fast hätt ichs vergessen: vom Konzert in Kirchheim gibts auch ein paar Bilder bzw. Portraits, die gibts hier zu sehen. Bis bald!

Berlin also

Der Flair von Berlin ist tatsächlich schon nach 3 Ampeln und auch durch unsere mittlerweile stark verunreinigten Scheiben in den Bus gedrungen. Man kann sich dem Charme der vielen Läden, Kneipen und Cafés nur schwer entziehen, das kann selbst die omnipräsente Hippness nicht verhindern – Berlin also.

Auf jeden Fall toll an Berlin ist, dass irgendwie jeder ein bis zwei Leute von zu Hause und früher kennt, die jetzt dort wohnen und leben. Und das Tolle an diesen Leuten ist, dass sie scheinbar generell ein bis zwei Matrazen in ihrer Wohnung parat haben, um Freunde aus Kindheits- und Jugendtagen in ihrem Berliner Domizil aufzunehmen, so auch uns. Eigentlich ein enormes Potential für das hiesige Hotelgewerbe…

Aber nun zu unserem gestrigen Konzert im Kaffee Burger, eine altbekannte Location, die Geburtsstätte der Russendisko. Trotz Berlinale gabs einige interessierte Berliner und natürlich die oben erwähnten Bekannten, die die kleine Tanzwirtschaft nach und nach füllten und sich teilweise sogar zu wundersamem Ausdruckstanz hinreißen ließen. Ein sehr schöner Abend im Schoße der Hauptstadt…

Und nun sitzen wir mit Labelkollege DM Bob, der den heutigen Konzertabend eröffnet, in einem kleinen Backstageraum im Lola. In Bergedorf bei Hamburg warten wir auf unser Abendessen und grübeln über die Herkunft der „3 Chinesen mit dem Kontrabass“, die scheinbar vor unserem Hotel auf uns warten. Wir werden sehen…

Noch kurz neues aus der Online-Ecke: Todor und Oszkar im Interview auf on3radio.de sind mittlerweile hier als Podcast zu haben. Auch das heute auf byteFM gegebene Interview wird evtl. in den nächsten Tagen erhältlich sein, wir sagen natürlich Bescheid.

So, Essen fertig! Bis morgen dann!