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Bardentreffen und dann

Das Bardentreffen stellt nicht nur im Kulturkalender der Stadt Nürnberg den unangefochtenen Höhepunkt dar, sondern war auch für uns im diesjährigen – zugegebenermaßen recht kurzen – Festivalsommer das fulminante Highlight. Zurecht, wie sich herausstellte! Denn allen Befürchtungen und Vorhersagen zum Trotz war zumindest dem Lorenzer Platz am Freitag Abend ganz und gar nicht anzumerken, dass die Ereignisse der letzten Wochen viele Leute ferngehalten hätte. Bis ganz nach hinten zur Lorenzkirche stand das leicht ansteigende, kopfsteingepflasterte Rund dicht gedrängt mit – wie ich den Eindruck hatte – gut gelaunten, genießenden Menschen. EIn lauer Abend noch dazu, perfekte Bedingungen also!

Leider hatte der für uns bei Festivals ohnehin immer etwas knappe Zeitrahmen für den Umbau noch die eine oder andere fiese Überraschung parat, sodass wir etwas in Hektik gerieten. Aber das war spätestens nach dem neuen Opener ‚Toader‘ (Arbeitstitel; so neu ist der) bereits vergessen. Was ein Abend! Aber bevor ich jetzt noch lang schreibe: es gibt Videomaterial, zwar ein etwas älterer Song, aber das macht der Goldregen in der Mitte allemal wett. ‚I am can‘, gefilmt von Andreas Basner für die MUZ und ‚Lokale Leidenschaften‘:

Und damit sind wir Bertholinis quasi schon wieder mittendrin in der Sommerpause. Mal sehen wann wir die nächste Bühne betreten. Unser Hauptaugenmerk liegt vorerst bei weiteren neuen Songs, d.h. wir verbringen den Herbst wohl ausschließlich im Proberaum und tüfteln gemeinsam.

Bevor wir uns aber in alle Himmelsrichtungen in den Urlaub zertreuen sehen wir uns und euch hoffentlich schon am kommenden Wochenende beim besten aller Feste! Am 12. und 13. August findet natürlich wieder das herrliche Brückenfestival statt. Eine großartiges Lineup wartet auf euch, ich persönlich möchte euch besonders Balthazar ans Herz legen! Viel Spass unter der Brücke!

Brü Brü Brü

Große Sause zu Hause

Einmal mehr liegt eine rauschende Ballnacht im diesmal wieder besonders festlichen Festsaal des Nürnberger K4 hinter uns. Diesen holzgetäfelten, hohen Saal mit den etwas merkwürdigen blauen Säulen auf der Bühne kann man mittlerweile fast schon als unser Wohnzimmer unter den hiesigen Bühnen bezeichnen. Neben einigen Festivalshows – Endzeit, Tainted Tracks; die Erinnerungen sind bereits merklich verblasst – fand bereits die letzte CD-Präsentation hier einen herrlichen Rahmen, außerdem die Rote Kulturnacht vor zwei Jahren, Rage against Abschiebung in diesem Frühjahr… Allesamt wunderbare Konzerte und ich bin gerade ehrlich überfragt, wie ich den vergangen Freitag – der wie sollte es anders ein noch besser war – beschreiben soll, ohne in allzu platte Superlative zu verfallen. Und das wo mir doch ohnehin die Tendenz zu einer „ätzenden Fröhlichkeit“ in meinen Posts nachgesagt wird…

Leider hatte wenige Tage vor dem Konzert der weibliche Stargast (die Sängerin der CD-Aufnahmen) aus konditionellen Gründen absagen müssen (Bibsi, alles Gute für die Geburt!). Das sollte die Stimmung im proppenvollen Saal aber nicht trüben. Der noch junge Abend sah zunächst den Sänger/Songwriter Frieder Graef samt ebenfalls singender, Bass-spielender, weiblicher Unterstützung. Oszkar und Lobos kamen schließlich für einige der sehr schönen Songs auch noch mit auf die Bühne. Wirklich sehr hörenswert! Eine Single mit zwei Songs existiert bereits, das Album lässt wohl noch etwas auf sich warten (kommt mir bekannt vor). Dann kurz umgebaut und gegen zehn Uhr waren schließlich die großen Bertholinis drauf und dran, das neue und sehr türkise Album live zum Klingen zu bringen. Wobei das allerbeste am K4schen Festsaal ist, dass Lichttechniker Speedy unsere Shows hier mittlerweile mehrfach und aufs wunderbarste illuminiert hat. So auch diesmal, insofern könnte ich hier schon von einem echten Rezeptionserlebnis sprechen. Knisternde Aufregung vor dem ersten Song, befeuert durch die vielen vielen bekannten Gesichter im Publikum. Konzentrierte und ruhige erste Songs, unterbrochen von tosender Begeisterung dazwischen. Etwas legèrere, teilweise ältere Songs im Mittelteil, Ausholen zur großen Schlußoffensive. Und schließlich als großes Finale ‚J.F.Boone‘ mit drei goldenen Tom-Trommlern (neben Todor unser guter alter Bruder Joszef und Cousin Conny von The Johnny Komet) und etwa 50 riesigen Luftballons von der Decke…


Die dann noch folgenden, lautstark gefeierten Zugaben mündeten schließlich im in Purpur und Goldregen getauchten Blockflötenende von ‚Heart Heart Stereo‘. Auf dem Videomittschnitt des Konzerts wirkt es so, als ob sich die Band bei den abschließenden Glockenspielklängen in dem glühenden Purpurlichtnebel auflösen würde – mannomann! Ein würdiges Ende für das Konzert und der Beginn der anschließenden langen Tanznacht im Saal neben dem Festsaal. Bei einer CD-Releaseparty gibts schließlich ordentlich was zu feiern. Happy Birthday!

Und wir sind schon wieder unterwegs! Weiter geht’s dieses Wochenende am Freitag in der Kulturrampe Krefeld und am Samstag in Lauenau im Kesselhaus. Bis dahin!