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Fast in Dresden

Der Sommer ist offenbar wieder da und führt dazu, dass wir momentan leidlich schwitzend, aber keinesfalls unvergnügt in Richtung Dresden unterwegs sind. Noch etwas müde sind wir, war spät gestern. Ich hatte von einem sehr vielversprechenden Soundcheck gesprochen und dieses positive Gefühl trügte (trug) nicht. Schöner Saal, schöne Bühne, toller Sound, kein allzu großes, aber ein sehr aufmerksames und nettes Publikum (da kann man auch mal aus dem Nähkästchen plaudern), ein diesbezüglich bestens aufgelegter Todor… ein ganz wunderbares Konzert war das gestern. Mein ganz persönlicher Höhepunkt war die Live-Premiere des Songs ‚Apart‘ – ich mag Gänsehaut auf der Bühne.

Der weitere Abend führte dann uns und eine kleine Schar von sympathischen Übriggebliebenen in die benachbarte Soulkitchen-Halle (ihr wisst schon, der Fatih-Akin-Film…), die wir zu allem Überfluss dann für uns hatten. Man stelle sich also kindlich begeisterte Bertholinis vor, die sich in wechselnder Besetzung über die famose Plattensammlung beugen und sekündlich Freudenschreie ausstoßen. Sternstunden der Vinyldisko! Ein herrlich ausgelassener Abend!

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Mittlerweile sind wir am Ostpol in Dresden angekommen, ich muss mit ausladen. Ob trotz CL-Finale jemand in den Ostpol findet und ob wir überhaupt auf die sehr kleine Bühne gepasst haben erzähl ich morgen…

Euer Zoltán

Zurück auf die Bühne

Mitte April ist es geworden. Ostern liegt hinter uns und der Frühling will jetzt endlich mal ernst machen mit höheren Temperaturen. Die Abende werden länger und lauer. Freibad- und Biergartenbetreiber scharren schon mit den vermeintlichen Hufen. Da nutze ich hier nochmal die Gelegenheit. Bevor alle Welt Eis-schleckend oder mit Hugos und Aperols bewaffnet die Freiluft-Lounges bevölkert und die Nase in die ersehnte Sonne streckt. Ich fasse also die Chance am Schopfe und sage ein weiteres Mal laut: es ist wieder soweit, Konzerte stehen bevor!

Mitte Mai besteigen wir unseren Bandbus und fahren von Nürnberg aus eine gigantische Acht durch die Republik. Vier Stationen bzw. Konzerte wird es geben:

16.05.12 – Gießen, Ulenspiegel (abgesagt)
17.05.12 – Neu Tramm, Raum 2 (Kulturelle Landpartie)
18.05.12 – Hamburg, Honigfabrik
19.05.12 – Dresden, Ostpol

+++++ UPDATE ++++++
Betrübliche Nachrichten: Die Show in Gießen wurde leider kurzfristig abgesagt. Wir bemühen uns um einen Nachholtermin.
+++ UPDATE ENDE +++

Nach so vielen Wochen im Proberaum endlich wieder auf der Bühne! Besonders freuen wir uns auf die Kulturelle Landpartie im schönen Wendland. Wir waren ja bereits mehrfach im „Raum 2“ zu Gast (Sternstunden der Demokratie – ihr erinnert euch vielleicht…), diesmal handelt es sich aber um eben jenes, uns gegenüber mehrfach hochgelobtes Kunst-/Handwerks-/Avantgarde-„Festival“, die Kulturelle Landpartie. Die Stimmung in Neu Tramm war jedesmal äußerst inspirierend und ich freue mich schon riesig auf das Wiedersehen dort. Überraschenderweise werden dort obendrein auch Friendly Rich & the Lollipop People – der kanadische Teil der Bertholini-Familie – mit von der Partie sein. Ein denkwürdiger Abend steht uns also bevor. Freut euch also wie wir auf den Frühsommer! Schön wird das.

Bis dahin
Euer Zoltán

Tag 6 – Hafenklang in Hamburg

In ungemütlichem Nieselregen – original Schietwedder eben – sind wir heute Mittag in Richtung Krefeld aufgebrochen. Nach unserer rauschenden und langen Nacht in Hannover am Dienstag und der entsprechenden Morgenstimmung gestern sind wir heute in Hamburg deutlich frischer unterwegs. Das mag an der Seeluft liegen! Einige waren schon um kurz nach halb 9 mit der Linie 62 Elbabwärts unterwegs, ich selbst war sogar mit Oszkar zum Morgenschwimmen in der Hamburger Bäderwelt (die mit den Dinosauriern) und (fast) pünktlich zum Frühstück um 10 Uhr wieder am Club.

Die leichte Schlagseite des vergangenen Tages war aber bereits gestern Abend auf der Bühne verflogen. Tatsächlich spürt man die durch die hohe Konzertdichte entstehende Routine Tag für Tag mehr. Und der schon des öfteren gerühmte Conferencier Todor lotet zur Zeit im Zusammenspiel mit Bruder Oszkar die Grenzen seiner Konzertmoderation neu aus – eine wahre Freude. Und es ist verblüffend, was da an so einem unscheinbaren Konzert-Mittwochabend in Hafennähe so passiert. Dass sich ausgewachsene Hamburger an den Händen fassen und sich um das Geburtstagskind des Abends im Kreise drehen, dass sie lautstark ohne Bandbegleitung singen, dass sie am Ende sogar unseren goldenen Gabor samt Bläseranhang zur Polonaise durch den Saal nötigen – Sensation! All das ist nicht nur für uns überraschend, auch einer der Anwesenden bestätigte mir nach dem Konzert, Vergleichbares hätte er in dieser Stadt noch auf keinem vergleichbaren Konzert erlebt. Mannomann!

Erstaunliche Entwicklungen also, die heute Abend gerne eine Fortsetzung erfahren dürfen. Die Kulturrampe in Krefeld ist unser Ziel des Tages. Bis morgen.

Wieder auf dem Balkon

Ich hatte es ja schon kurz erzählt. Während unseres Kurzbesuchs an der Ost- und Nordsee vor knapp zwei Wochen waren wir auch wieder zu Gast bei BalconyTV, dem Balkon-Fernsehsender über dem Hamburger Spielbudenplatz. Das entstandene Video ist seit kurzem Online und das möchte ich euch hier natürlich nicht vorenthalten. Viel Spass!

Wir sehen uns hoffentlich in der kommenden Woche bei unseren hungarisch-kanadischen Double-Feature-Shows in Halle und Erfurt am 12. und 13. Oktober! Bis dann!

Ein bisschen Feedback und Grüße aus Übersee

Heute gibts zur Abwechslung mal einige gesammelte Reaktionen auf unser Tun am letzten Wochenende. Wie ihr vielleicht wisst, waren wir für drei Konzerte zu Gast im Norden – Hamburg, Kiel und Husum waren unsere Stationen. Eine erste Reaktion auf unser Konzert in Hamburg gabs schon wenige Stunden nach unserem Gastspiel auf den Seiten von Bizarre Radio:

„[…] Nächste Station: Prinzenbar, gleich ums Eck. Auf der Straße noch schnell ein Astra verhaftet und rein in die wahrscheinlich schönste Konzertlocation Deutschlands. Der Kronleuchter, die Fresken an der Wand, der gigantische Deckenspiegel, muss man gesehen haben. Wenn dann noch die fabelhaften GREAT BERTHOLINIS zu ihrer Interpretation osteuropäischer Indiemusik einladen, kann eigentlich schon gar nichts mehr schief gehen. Großen Teilen des Publikums war die band bisher sichtlich unbekannt, doch innerhalb weniger Minuten standen nur noch die verbohrtesten Tanzbeine still. Ein großartiges Konzert, für dass sich die BERTHOLINIS zu Recht mit einer Schnapsrunde belohnten. […]“

Einen besonders schönen Artikel über den Abend in der Kieler Schaubude gabs in den Kieler Nachrichten bzw. der Segeberger Zeitung zu lesen, hier ein kleiner Auszug über unser neues Album:

„… Heraus kommen Perlen wie das dramatisch flirrende ‚String Puppets And Bees‘ oder das theatralisch zerhackte Avantgarde-Pop-Rock-Juwel ‚The Things I Gave‘. Es ist ein einmalig schönes, heftig bejubeltes Schauspiel, wie lässig und meisterhaft die Bertholinis zwischen allen Stühlen umhertorkeln, der leichtfüßige Oszkár und ein donnernder Todor voran.“
(Den kompletten Artikel könnt ihr hier bzw. hier nachlesen)

Und wo wir gerade beim neuen Album sind! Der Erscheinungstermin spricht sich so langsam herum und natürlich hat auch der kanadische Teil der Familie – unsere Freunde von „Friendly Rich & the Lollipop People“ – mittlerweile schonmal reingehört. Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir ein kleines visuelles Empfehlungsschreiben für die neue Platte ‚Sacred Prune of Rememberance‘ des freundlichen Richard aufgenommen (wer sich nicht erinnert, kann sich das hier nochmal auf youtube ansehen). Rich wiederum revanchiert sich zum Release unserer CD nun seinerseits mit diesem kleinen filmischen Beitrag (zu Erklärung: der Halbbruder von Ed Wood war ein alter Bekannter von Richens Großvater). Danke nach Kanada!:

Wir freuen uns bereits auf ein Wiedersehen mit den sympathischen Nordamerikanern, denn auch sie sind im Oktober auf Deutschlandtour. Und wie es der Zufall will kreuzen sich unsere Wege schon in Bälde: Am 12. und 13. Oktober in Halle bzw. Erfurt teilen wir uns für zwei Abende die Bühne. Bis dahin! Mannoman!

Von Husum und Transformation

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Was ich euch gestern noch vorenthalten hatte war unser samstäglicher Besuch bei BalconyTV. ‚I am can‘ wird demnächst in der Balkonversion hier zu sehen sein, wir geben euch natürlich Bescheid.

Tag drei unserer nordischen Wochenendtour führte uns in den Speicher nach Husum, viel nördlicher kann man in Deutschland kaum spielen. Schon beim Soundcheck zeigte sich, dass der schöne alte Saal des Ziegelsteingebäudes eine tolle Akustik zu bieten hat. Auch ganz allgemein war die Atmosphäre etwas gediegener als an den beiden Abenden zuvor. Etwas weg vom pulsierend-lauten Clubgig, hin zum auch mal stillen Konzert im vermeintlich höheren Kulturmillieu. Und auch wenn wir uns in beiden dieser „Welten“ sehr wohl fühlen, scheinen wir in der Letzteren meist vor allem deshalb so gut anzukommen, weil mit fortschreitender Dauer des Abends ein Hauch des Ersteren aufkommt. Schwer zu erklären! Es ist jedenfalls ein toller Moment und vor allem ein großer Spass, wenn diese „Transformation“ – so wie gestern – passiert. Dabei bleibt mitunter nicht aus, dass sich ein kleiner (der Transformation unwilliger) Teil des Publikums vorzeitig verabschiedet. Das ist freilich schade, schärft aber vielleicht sogar die Bindung zu den weiterhin Anwesenden. Ein sehr schönes Konzert jedenfalls und – da waren wir uns mit den Veranstaltern einig – hoffentlich nicht unser letztes in Husum.

Und noch ein Highlight des Abends jenseits des Konzerts: Nachdem uns der Blick über den Deich am Nachmittag aus zeitlichen Gründen verwehrt geblieben war (ganz  Hamburg kämpft scheinbar gerade gegen zahlreiche Baustellen an empfindlichen Stellen) hatten wir dann des Nächtens noch das Vergnügen einer Rotwein-Wanderung ans Watt. Natürlich nicht ohne Flutkundige einheimische Begleitung aus der örtlichen Bio-Szene. Toll war das, vielen Dank!

Grüße vom Schwedenkai

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Nach einem amüsanten und bunten Abend auf der Reeperbahn sitzen wir gerade auf einem schwimmenden Imbiss in der Nähe vom Kieler Schwedenkai und krabben uns in den Nachmittag. Schon gestern in Hamburg war kurz Zeit für einen sonnigen Abstecher zu den Landungsbrücken. Mit diesen kleinen touristischen Happen versüßen wir uns die freien Stunden…

Aber zurück zum eigentlichen Grund unserer Reise in den Norden. Das gestrige Kiez-Konzert in der Prinzenbar im Rahmen des Reeperbahnfestivals eröffnete unsere dreitägige Minitour. Ein schönes Konzert! Die Prinzenbar ist ein recht kleiner Club (mit entsprechend kleiner Bühne) und als solches auch recht schnell gefüllt. Ein kurz-knackiges und schweißtreibendes 45-minuten Set. Das erste Konzert der Tour zum neuen Album. Mannoman! Mittlerweile haben wir das gute Stück auch in Händen und die ersten Exemplare sind verkauft.

Heute Abend werden wir uns wieder auf die ebenfalls kleine Bühne in der Kieler Schaubude drängen. Vor etwas mehr als einem Jahr waren wir schonmal hier zu Gast und ich habe ausschließlich gute Erinnerungen. Ich werde morgen berichten…