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Was wird aus Album 4?

Es gibt einiges zu erzählen aus dem Familienuniversum Bertholini! Sowohl trauriges als auch sehr erfreuliches – ich werde mich trotzdem einigermaßen kurz halten. Ans Werk also, wo soll ich anfangen? Wie ihr wisst haben wir ja schon im vergangenen September Songs für unser neues, viertes Album aufgenommen. Einem ersten vagen Plan zu Folge wollten wir dieses Album bereits jetzt im Frühling veröffentlichen. Allerdings hat sich das ganze Projekt etwas verzögert. Das hat vor allem mit dem traurigen Ende unseres Heim- und Lieblingslabels Hazelwood zu tun…

(An dieser Stelle bitte wenigstens ein kurzes, andächtiges Innehalten – Hazelwood!!!).

…Auf der Suche nach einem neuen zu Hause sind wir mittlerweile allerdings freudig fündig geworden und schon ganz aufgeregt, wie das wohl alles laufen wird mit unserem neuen Labelpartner. Die Begeisterung ist aktuell auf beiden Seiten spürbar, ich werde Details erwähnen, sobald alles in trockenen Tüchern ist (Unterschrift und so, eh klar). Jedenfalls arbeiten wir gerade schon gemeinsam an dem neuen Plan das Album im Herbst erscheinen zu lassen. Ein bisschen mehr Geduld ist also noch angebracht. Aber es wird großartig werden! Die Mixe sind mittlerweile fertig, die Arbeiten am Cover laufen, Videoideen blühen… ein spannendes Bertholini-Jahr liegt vor uns und euch!

Und es gibt endlich neue Konzerttermine! Nachdem das Album nun im Herbst erscheint ist freilich auch erst im Herbst die große Release-Tour geplant. Aber so lange wollen wir euch das neue Material natürlich nicht vorenthalten. Wir sind selbst schon sehr gespannt darauf, die neuen Songs live zu spielen! Einige Termine gibt es also schon vorher. Auch ein paar Open-Airs im Sommer deuten sich gerade an, hier aber erstmal der momentane Stand an bestätigten Konzerten:

03.04. E-Werk – Erlangen, „Egers calling“
03.05. Plauen – Malzhaus
09.05. Coburg – Sonderbar
10.05. Nürnberg – K4, Rage against Abschiebung
18.10. Magdeburg – Moritzhof
21.10. Hannover – Glocksee
23.10. Kiel – Schaubude
24.10. Husum – Speicher
25.10. Hildesheim – Kulturfabrik
12.12. Wiesbaden – Schlachthof
Wie gesagt, weitere Konzerte sind in Planung!

Soviel für heute, bleibt gespannt! Ich melde mich, sobald es Neuigkeiten gibt!
Euer Zoltán

Leb wohl gelbe Bühne

Mannomann, was für ein Konzert! Was für ein Festival! Ein wahrlich standesgemäßer Abschied war das, ein rauschendes Fest, ein pompöser letzter Paukenschlag! In jedem Fall eine große letzte Ehre für die Yellowstage bzw. die altehrwürdigen Hazelwoodstudios als Ganzes. Drei denkwürdige und unvergessene Produktionen haben wir dort erlebt – die Resultate kennt ihr natürlich in- und auswendig. Und mit mindestens drei Tränen im Knopfloch haben wir dann also am Samstag auch die Reise nach Frankfurt angetreten.

In der Brotfabrik angekommen war die Stimmung beim großen familiären Wiedersehen zunächst freilich ein wenig gedämpft. Das lag aber weniger am vermeintlich traurigen Anlass, als an der durchaus anstrengenden Woche, die die tapfere Hazelwoodstock-Crew bereits hinter sich hatte (fünf Tage Festivalbetrieb hinterlassen eben Spuren). Auch der Soundcheck war noch etwas schleppend, aber schon jetzt war deutlich zu spüren, dass ES am Abend wieder passieren würde – schon wieder. Ich selbst konnte die erste Band „Plus“ leider nur kurz sehen, aber schon da scheint die Stimmung dann endgültig über den Rand geschwappt zu sein, denn als wir (bereits) gegen 22:30 Uhr die Bühne betraten, war die Brotfabrik brechend voll und die Energie hätte nicht positiver sein können. Waren das die Karma-Zinsen für 15 Jahre idealistischen (Sub-)Kulturbetriebs? Egal, es war jedenfalls wunderschön und wir hatten 60 sehr euphorische Bertholini-Konzertminuten! Und das ohne Janos, der leider nicht mitreisen konnte! Auf seinem Stuhl nahm allerdings während des zweiten Songs eine geheimnisvolle, asiatischen Schlangentänzerin aus dem Publikum Platz! Im Nachhinein würde ich sogar sagen, dass sie mit ihrem süßlich-verbotenen Charme eine ganz besondere Prise zu diesem ohnehin legendären Konzertabend beigetragen hat. Ohne die hessische Inkarnation der jungen Yoko Ono wäre es einfach nicht das Selbe gewesen. Wobei hier nicht der Eindruck entstehen darf, sie hätte sich in aufdringlicher Weise in den Vordergrund gespielt – mitnichten! Es war (zumindest anfangs) eher die schüchtern analysierende Beobachterposition, die – auf die Bühne geholt – unser Tun gleichsam in einen ganz anderen Kontext stellte. (Sehr wunderlich! Und man muss tatsächlich seine Lehren aus diesem rein zufälligen Geschehen ziehen!) Bei der Zugabe hielt es schließlich auch sie nicht mehr auf Janos‘ Stuhl und so war – bezeichnenderweise – „The Girl behind the wall“ einmal mehr unser gefeierter Schlusspunkt an diesem beinahe historischen Abend. Danke Hazelwood!

Zurück in der bescheideneren Heimat freuen wir uns nun auf einige weitere Wochen im Proberaum. Wir basteln weiter an neuem Material und kommen voraussichtlich erst wieder Mitte Mai Live zum Vorschein. Zwischen durch wird es hier aber bestimmt immer mal wieder von uns zu lesen geben. Bis dahin!

Euer Zoltán

Hazelwoodstock 2 und The Johnny Komet

Neulich versprochen, schon ist es soweit! Seit heute läuft das endgültige Festival: Hazelwoodstock 2! Leider nun doch nicht direkt in den heiligen Hallen des Hazelwoodstudios. Nach den finalen Querelen mit dem Vermieter (wer mehr erfahren möchte findet hier alle schmutzigen Details) findet das Großereignis nun in eiligst organisierten, der Familie nahestehenden Locations statt: dem Café KoZ, dem iVi (Institut für vergleichende Irrelevanz) und am Samstag in der Brotfabrik. Hier werden dann auch wir unseren bescheidenen Live-Beitrag leisten. Wer wann wo genau spielt und auch sonst einfach alles zu diesem heiligen Spektakel findet ihr hier. Und falls ihr es tatsächlich noch nicht gesehen habt zeige ich hier nochmal Oszkars audiovisuellen Trailer-Beitrag (inklusive des süßen Ukulele-Hits „SuperRey“)

Und wo wir schon gerade schon so ausschweifend über die hohe Qualität von Oszkars aktuellem artistischen Output plaudern, muss nun auch an dieser Stelle endlich einmal die Rede auf sein neuestes, dreiköpfiges (feuerspeiendes?) Steckenpferd kommen: The Johnny Komet. Gitarre, Bass, Schlagzeug – mmmh! Am vergangenen Samstag waren Oszkar, Laurens und Herr Konrad erstmals und erstklassig Live auf der Bühne im MUZClub zu sehen. Davon gibts leckererweise einen kleinen Ausschnitt:

Wenn ihr – und davon gehe ich aus – mehr davon hören wollt, könnt ihr euch hier mal umsehen.

So, nu ist genug rumgehockt! Auf zum Hazelwoodstock nach Frankfurt! Wir sehen uns spätestens am Samstag in der Brotfabrik!

Zoltán

Frankfurt Brotfabrik

— KURZFRISTIGES UPDATE —
Leider fällt das Konzert am kommenden Freitag in Fulda aus bzw. wird in den Mai verschoben. Die nächsten Gelegenheiten für Bertholini-Konzerte sind demnach am 24.2. in Leipzig und am 25.2. in Würzburg.
— UPDATE ENDE —

Das erste Konzert im Jahr 2011 liegt hinter uns, der Reigen ist eröffnet. Nach ruhigen Weihnachtsfeiertagen und dem stillen Januar fand unsere überdurchschnittlich lange Konzertdurststrecke am vergangenen Freitag in der Frankfurter Brotfabrik ein verdientes Ende. Ich hätte es selbst nicht gedacht, aber nach 6 bis 7 Wochen Konzertpause bleibt im mentalen Hinterstübchen – so merkwürdig der Gedanke auch sein mag – ein kleines Restmißtrauen zurück, das die sonst weitgehend überwundene Bühnennervosität wieder ans Licht bringt. Für mich fast das schönste an diesem Konzert war die bereits nach wenigen Sekunden und den ersten gemeinsamen Tönen auf der Bühne eintretende Gewissheit über die Überflüssigkeit dieser Sorgen. Man spielt ein paar Töne und freut sich auf die nächsten eineinhalb Stunden!

Sehr schön wieder auf der Bühne zu sein! Das war uns allen glaube ich deutlich anzumerken. Und auch dem Publikum war glaube ich schon nach dem ersten, spätestens dem zweiten Song klar, dass es sich hier für die richtige Veranstaltung entschieden hatte. Marianne Dissard und ihre Band hatten zuvor wohl bereits mit ihren gediegenen Klängen im Saal für wohlwollende und entspannte Gemüter gesorgt. Schon nach den ersten Minuten unseres Sets gabs begeisterte Reaktionen wie sonst gegen Ende des Konzerts. So wurde das Heimspiel in der Heimat unseres Lieblingslabels – da nutz ich doch gleich die Gelegenheit, um auf das unmittelbar bevorstehende und mit viel Fleisch (youtube) angekündigte Hazelwoodstock hinzuweisen – zu einem recht langen Abend mit viel Zugabe und vielen glücklichen Gesichtern.

Die euphorischen Kommentare, die ich nach dem Konzert von einigen Besuchern bekam spiegeln sich nur teilweise in den Zeilen wider, die die Frankfurter Rundschau über das Konzert schreibt. Immerhin! Apropos lesen: eine weitere kleine Rezension zu unserer Pladde kommt vom Fanzine Ox, von dem ich mich mit so schönen Thesen wie: „THE GREAT BERTHOLINIS machen Musik für Individuen, nicht für Marktsegmente […]“ gleich viel besser verstanden fühle.

Die wunderbare Welt der Livekonzerte sieht uns bereits am kommenden Freitag (18.2.) wieder auf der Bühne und zwar im Kulturkeller Kreuz in Fulda. Bis dahin!

Pre-Hazelwood-Roadshow Berlin

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Herzlichen Glückwunsch, unsere neue Platte ist seit heute offiziell im Händel erhältlich! Mannomann! Wir sitzen derweil beim Soundcheck mit The Miserable Rich im roten Salon der Volksbühne Berlin. Heute Abend gibts da die Hazelwood Roadshow. Tolles rotes Ambiente, die Vorfreude steigt…

Final day – the wirsing experience

Ich kannte das englische Wort für Wirsing bisher nicht (savoy), aber fest steht, dass dieses Gemüse heute maßgeblichen Anteil an der vorläufigen Fertigstellung der Platte hatte (wie ihr wisst kommt ja der Gesang erst in einigen Wochen). An dieser Stelle einmal vielen, vielen Dank an Pablo, Elli und Dominik für die kulinarische Unterstützung in dieser Woche. Eben jener Pablo hat heute federführend die Zubereitung einer Wirsingsuppe übernommen.

Bereits vor diesem herrlich bodenständigen Abendessen war der nominell letzte Song (Arbeitstitel: „Alone“) wieder einmal aufwändig bearbeitet und aufgenommen worden. Ob und wie groß tatsächlich die Auswirkungen des Wirsings auf die seitdem realisierten Aufnahmen eines Bonustracks waren, lässt sich nur schwer beschreiben. Der entstandene Song hat – wie schon öfter in dieser Woche – seit dem ersten Aufnahmeversuch sein Gesicht völlig verändert. Allgemein kann man sagen, dass wir schon mit unglaublich vielen und schönen Ideen hier im Studio ankamen. Die Zusammenarbeit mit Gordon und Wolfgang hat das Material allerdings noch einmal dermaßen gepusht, dass ich nur gespannt bin, wie sehr uns und euch demnächst sowohl Hören als auch Sehen vergehen wird. Ein großes Dankedankedankeschön dafür!

Eine erstaunliche, überraschende, anstrengende, intensive und geile Woche klingt gerade mit dem Hören der Tracks aus („…ohne Scheiß…“). Prosecco wird angeschleppt, Gläser gefüllt, die ganze Belegschaft versammelt sich im Regieraum. Die Arbeit ist beendet, jetzt kann entspannt genossen werden, ein gemütlicher Abend steht uns bevor. Mannoman! Bis demnächst! Achja neue Photos gibts hier rechts auch schon…

Tag 4 – Wieder Nachtschicht

Guten Abend meine Damen und Herren! Leider hatte wordpress.com wohl in den letzten Stunden Probleme, die Seite war nicht erreichbar. Mittlerweile sind wir aber wieder online und ich kann euch lieber spät als nie die Ereignisse des heutigen Tages schildern. Was ist passiert in den letzten 24 Stunden? Der gestrige Abend war erstaunlich kurz, was hauptsächlich der Tatsache geschuldet war, dass wir den Song „Lost the key“ in einem phänomenalen „first take“ auf Festplatte bannen konnten. Die ersten Overdubs und Ausbesserungen dauerten bis kurz nach Mitternacht und wir waren erstmals in dieser Woche vor 2 Uhr im Bett – wohliges Ausschlafen nach getaner Arbeit also, sehr schön!

Der heutige Tag war geprägt von langwieriger Aufbauarbeit. Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns die schwierigeren Songs bis zum Ende aufgespart haben, oder ob einfach die Ansprüche ob der ersten Erfolge gestiegen sind. Die Arbeit an den ersten beiden Songs des heutigen Tages gestaltete sich jedenfalls deutlich schwieriger als bisher. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen! Sowohl Todors Song „Zucker Serenade“ (ganz mondän mit teilweise deutschem, teilweise englischem Arbeitstitel) als auch Oszkars „Sweet Marylou“ (Arbeitstitel) haben sich äußerst prächtig entwickelt. Mittlerweile ist auch der Basistake von „Happy to be here“ im Kasten und erster Optimismus macht sich breit. Nachdem nun der Großteil der Songs aufgenommen ist, wird das Bild des neuen Albums immer deutlicher. Und was für eines! Der lange vermiedene Vergleich mit der letzten Platte – einer sehr hohen Meßlatte – kann nun selbstbewusst angetreten werden. Erste wirre Stimmen wollten heute Nachmittag von einer Steigerung sprechen, in der jetzigen Euphorie würde wir dem wohl alle zustimmen. Jeder Tag hier ist allerdings so lange und intensiv, dass – und das geht uns wirklich allen so – wir uns beispielsweise an die Lieder von Dienstag schon kaum mehr erinnern können. Ein seltsames Phänomen! Ein objektiver Vergleich wird wohl erst mit etwas Abstand möglich sein. Ganz abgesehen davon, dass Albumtitel und Coverartwork noch ein gutes Wort mitzureden haben.

Für morgen bleiben nun noch zwei weitere Songs, ein durchaus machbares Pensum. Wir freuen uns diebisch über das entstandene Material und ich habe so das Gefühl, dass diese Platte noch einmal einen deutlichen Schub in der Bandhistorie bedeutet! Bis morgen…