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Sofatag in Jena

Auf dem Uni-Campus in Jena verwandelt sich einmal im Jahr der betondominierte Platz vor der Mensa in ein zweitägiges, hippieskes Festival. Das Motto ‚Sofatag‘ lässt schon anklingen, dass es hier vor allem um ein gemütliches Miteinander geht. Tatsächlich ist das mitbringen von Sofas und anderen bequemen Sitzgelegenheiten explizit erwünscht und wird auch praktiziert. Die asphaltierte Dominanz wird durchaus erfolgreich gebrochen durch eine Unzahl von Sofas, Teppichen, Picknickdecken, Indianerzelten (Bar, Bühne und FOH-Platz wurden tatsächlich von Tepees überdacht), Kicker, Tischtennisplatte und Ähnlichem mehr.

Als wir am frühen Abend ankamen herrschte dementsprechend eine recht entspannte, familiäre Atmosphäre. Dass sich der gesamte Platz bis zum Abend vollständig und dicht gedrängt füllen würde, hätten wir bei unseren engagiert geführten Partien Rundlauf zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet. Als wir schließlich gegen halb 11 unsere Indianerbühne betraten war jedoch eben das der Fall. Und auf gemütliches Sofasitzen schienen die trink- und feierbereiten Studenten auch nicht mehr aus zu sein. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen furiosen Abend. Nach drei Wochen Konzertpause war uns glaube ich auch eine Extraportion Spielfreude anzumerken. Einziger Wermutstropfen war, dass nach zwei gefeierten Zugaben unser erneuter Versuch des Whispering-Fools-Tanzkreises – die Parallele zum Rundlauf fällt mir erst jetzt auf – erstmals nicht als gelungen bezeichnet werden kann. Ob es an mangelnder Motivation oder schlicht am ungenügenden Aufnahmevermögen lag sei dahingestellt. Großes Vergnügen nichtsdestotrotz, danke Nils, danke Jena!

Aktuell rollt unser diesmal roter 9-Sitzer über die A4 Richtung Frankfurt. Das ‚Stalburg offen Luft‘ (kurz STOFFEL) läuft seit gestern dort im Günthersburgpark und wir werden heute um 20 Uhr zu sehen sein. Bis dahin.

Euer Zoltán

Dresden / Jena

Seit zwei Tagen sind wir schon wieder unterwegs, leider hab ich erst heute Gelegenheit euch davon zu berichten. Teil 1: Mittwoch in Dresden! Das Puschkin in der Dresdener Neustadt empfing uns zunächst mit wenig Wärme. Das bezieht sich allerdings nicht auf die menschliche Komponente sondern schlicht und einfach auf einen nicht beheizten Saal der uns dazu zwang, den Soundcheck in Schal und Mütze vorzunehmen. Die dann aber doch eingeschaltete Gasbrennerheizung sorgte am Abend aber für überraschend heiße Temperaturen vor allem auf der Bühne. Der dadurch Bläserseitig entstandene Kampf gegen Intonationstrübungen durfte nach hartem Kampf letztlich als gewonnen bezeichnet werden. Dessen unbemerkt wippte, schunkelte und trank sich das enorm junge Dresdener Publikum durch den Abend. Und – tatsächlich – es waren einige bekannte Gesichter darunter, das letztjährige Doppelgastspiel beim Schaubudensommer hatte offenbar positive Eindrücke hinterlassen.

Teil 2 dann gestern in Jena, ein denkwürdiger Abend. Das kleine, alternativ-vegetarische Café Wagner war gut gefüllt, das Publikum hatte aber – zumindest anfangs – so seine kleinen Besonderheiten. Die einerseits recht wild tanzende Menge war andererseits überraschend sparsam mit Applaus, stürzte sich gar zwischen den Songs in lautstarke Konversation. Die unverwüstliche gute Laune auf der Bühne – man ist ja manchmal selber überrascht, nach 20 Konzerten in dreieinhalb Wochen – ließ sich aber auch davon nicht aufhalten. Große Glücksgefühle!

Teil 3 steht in knapp einer Stunde an, im Alten Schlachthof zu Kassel. Die Vorzeichen lassen sehr gutes erahnen: positive Vorverkaufszahlen, schöner Saal, guter Sound, tolles Catering! Ich werde morgen berichten, ob wir den Schwung von gestern mitnehmen konnten…