Schlagwort-Archive: Mardi Gras BB

Winterthur und Verstärker in Erlangen

Unser zweiter Abend mit Mardi Gras BB war nicht minder interessant wie der erste. Das Gaswerk in Winterthur ist, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht unbedingt zentral gelegen, aber als Gastgeber für Geheimtipps durchaus beliebt beim örtlichen Live-Publikum. Selbiges Gaswerk wird in diesem Jahr 15 Jahre alt und feiert bei dieser Gelegenheit mit einigen Doppelkonzerten. Genau so ein Abend war denn auch unser Gastspiel am vergangenen Freitag. Wieder ein sehr schöner Abend. Auch diesmal gab es genug Platz auf der Bühne und im Backstage für die knapp 20 Musiker und wieder gabs für uns nach einem guten eigenen Konzert noch einen angenehmen zweiten Teil des Abends.

Gestern gings dann schon sehr früh weiter nach Erlangen, wo am Abend das Showcase-Konzert im Rahmen der „Verstärker„-Messe anstand. Ein Stelldichein nicht nur der hiesigen Musikszene. Musiker, Labels, Booker, Veranstalter und viele mehr. Dabei viele bekannte Gesichter und am Abend schließlich eine grandiose Konzertatmosphäre. Die größte Herausforderung für uns war – es handelte sich schließlich um ein Festival – unser komplettes Setup innerhalb einer halben Stunde auf die Bühne zu bekommen und quasi ohne Soundcheck das Konzert zu beginnen. Angesichts der Publikumsreaktionen schon nach wenigen Takten scheint uns das gut gelungen zu sein. Genau im gleichen Moment war auch mir klar, dass das Konzert ein großer Spaß werden würde. Wunderbar!

Die Bande verstreut sich nun erstmal für drei Wochen in alle Winde. Oszkar surft in Frankreich, Laszlo schlendert durch New York, wir genießen die Osterferien. Letztendlich ist die Club-Releasetour für unser neues Album beendet, die Festivalsaison steht direkt vor der Tür. Los geht das schon am 7. Mai bei einem Indoor-Festival in Darmstadt. Mehr dazu gibts demnächst!

Euer Zoltán

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Eröffnen in Wiesbaden

Wir sind wieder unterwegs. Drei Tage lang geht unser Tourwochenende, das gestern Abend mit einer Supportshow für und mit unseren geschätzten Freunden und Labelkollegen von Mardi Gras BB fulminant gestartet ist. Der Schlachthof in Wiesbaden war dabei unser Gastgeber – der Club heißt so. Diese Konstellation – Mardi Gras und The Great Bertholinis im Doppelpack – ist ja mittlerweile schon mehrfach erprobt und für gut befunden worden. Und über die musikalisch hohe Kompatibilität hinaus kann man auch im zwischenmenschlichen Bereich durchaus von gegenseitiger Sympathie sprechen. Für uns also ehrlicher Anlass zur Freude, gleich zwei Konzerte dieser Art in Folge zu spielen.

Natürlich sind die wenigsten Bühnen dafür gemacht, zwei derart vielköpfige Bands an einem Abend aufzunehmen. Man muss da schon etwas zusammenrücken und den einen oder anderen Kompromiss finden. Selten war ich beispielsweise auf der Bühne räumlich so weit von meinem schlagzeugenden Cousin Lobos entfernt wie am gestrigen Abend. Das Problem, auch Backstage genügend Platz für so viele Musiker parat zu haben war gestern allerdings hervorragend gelöst. Die momentan baufällige große Halle des Clubs (ich würde mal schätzen, hier kãmen gut und gerne 2000-3000 Leute unter) stand uns hierfür unter anderem zur Verfügung. Sehenswert!
Eher ungewohnt für uns war gestern die frühe Spielzeit. Als Supportband standen wir schon um kurz vor 8 Uhr auf der Bühne und Anfangs wurde ein Teil derselben durch ein Seitenfenster gar von Tageslicht erhellt. Das tat der Stimmung im Saal aber nicht weh, oh nein! Ich hatte sogar das Gefühl, viele Mardi-Gras-Fans wurden durch einige wild tanzende, offensichtliche Bertholini-Fans wiederum zum mitmachen animiert. Ein sehr angenehmer Effekt! Umso schneller war allerdings unser gekürztes aber nicht weniger feierliches Set zu Ende. Nach hektischem Ab- und Umbau blieb dann natürlich noch der ebenfalls angenehme Teil des Mardi Gras Konzerts. Immer wieder schön!

Aktuell gehts mit staubedingt leider nicht so großen Schritten gen Süden. Schauplatz des zweiten Doppelkonzertes ist Winterthur in der Schweiz. Es kühlt bereits merklich ab, ich will hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist. Ich werde mich morgen melden, sobald deutsche Mobilfunknetze uns wieder aufgenommen haben. Bis dahin!

Euer Zoltán

Leipzig oder Endlich Chili!

Die gemütliche Lobby des Hotel Ibis in Leizig erlaubt mir zu später Stunde noch einige Zeilen über den heutigen Konzertabend mit der Familie Bertholini loszuwerden. Leipzig! Moritzbastei! Vor dem Konzert wurde uns gesagt, es handelt sich hierbei um die größte Studentenkneipe Deutschlands! Leider sind gerade Semesterferien! Nicht die allerbesten Voraussetzungen denkt sich der ewig skeptische Bertholini. Aber zum Glück wurden wir einmal mehr getäuscht, auch Leipziger Nichtstudenten – und nicht zu wenige – trauen sich in die Moritzbastei. Und sie haben es nicht bereut!

Kurzer Zeitsprung. Es ist knapp zwei Jahre her, da spielen die Great Bertholinis als Vorband der Labelkollegen Mardi Gras BB in der Leipziger Schaubühne Lindenfels (zwei unserer prominentesten youtube-Videos sind dabei entstanden). Ein fulminanter Abend, der für einige noch in eben jener Moritzbastei endet, die gelegentlich zu später Stunde auch Veranstaltungsort für kostenlose Tanzveranstaltungen ist. Schon damals betrachteten wir hoffnungsfroh die Bühne auf der wir heute, zwei Jahre später, spielen/spielen sollten/spielten.

Zwei Jahre später! Heute! Eine sehr gute, junge, persönlich auch sehr nette Vorband namens Noë (ë=alt-137) eröffnet für uns den Abend und um etwa halb11 betreten wir die hölzerne Bühne im Kellergewölbe tief unter der Erde (zumindest kommt es einem so vor, wer schonmal in der Moritzbastei war, weiß wovon ich rede…). Ja und was soll man mal wieder sagen – ein tolles Konzert! Der Saal ist voll! Nach den vielen Konzerten der letzten Zeit beginnt man, wie soll ich sagen … „Mentalitätsunterschiede“ wahrzunehmen. In Leipzig fühlen sich alle ab dem ersten Lied sehr wohl! Alles dreht sich, alles bewegt sich. Das Publikum tanzt, die Band spielt und versucht ebenfalls zu tanzen, und irgendwie steigert sich das Ganze von Song zu Song, bis am Ende der vielleicht lauteste Zugaben-Applaus der letzten Wochen uns durch die letzte Zugabe schiebt (Whispering fools zeigt einmal mehr, dass es genau dahin gehört)… Leipzig! Leipzig! Leipzig! Mannomann!

Ja und nun sitze ich (etwas verlassen) in der Ibis-Hotel-Lounge, trinke schwarzes Bier und kann nicht vermeiden auch an morgen zu denken. Wir haben eine lange Fahrt vor uns, Passau ist kein Katzensprung. Mal sehen, ob das östliche Bayern sich ebenso engagiert zeigt wie dieses Leipzig. Mannomann…

Der Hazelwood-Clash

Nach langer langer Zeit durfte die junge Bertholini-Familie mal wieder ins schöne Saarland reisen. Direkt an einem Kanalarm der Saar fand dort im Schatten eines alten Industrie-Silos die erste Ausgabe des Clash-Festivals statt. Jeder der 4 Tage des Musikspektakels zelebrierte ein eigenes Motto: Neben dem Hiphop-, dem French- und dem Elektronik-Clash waren wir am Freitag Teil des sogenannten Hazelwood-Clashs…

05.09.2008 – Clash-Festival, Saarbrücken

Unser aller Lieblingslabel hatte bei seiner Hazelwood-Roadshow an diesem Abend ein mehr als ansehnliches Line-up nach Saarbrücken bestellt. Nach Kenneth Minor und den holländischen John Dear Mowing Club durften wir Bertholinis das Publikum in die Abenddämmerung geleiten und sogar noch eine weitere Zugabe an unser eigentlich auf 50 Minuten begrenztes Set anhängen. Die ebenfalls aus Holland stammende Hazelwood-Band Stuurbaard Bakkebaard rollte anschließend ein sehr überraschendes, mal kantig, mal geschmeidig rund geschliffenes Pop-Brett aus – Live unbedingt sehenswert! Ja und zum letzten Act des Abend braucht man wohl nicht mehr allzu viel sagen: Mardi Gras BB gab schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die im Oktober erscheinende Platte. Auch Live sind sie wiedermal ein bisschen anders als bisher…

Schön wars also in Saarbrücken! An dieser Stelle auch vielen Dank nochmal an die nette Dame von der Saarbrückener Jugendherberge, die uns auch noch nach 22 Uhr Abends (entgegen allen Vorschriften) immerhin „ihre letzten Betten“ zur Verfügung stellte. Außerdem: Wenns für dich nicht zu weit ist: wir spielen am kommenden Sonntag (14.9.) um 17.30 Uhr in Hamburg auf dem Festival der Kulturen. Bis dahin!