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Warmspielen fürs Bardentreffen

Außerhalb des Proberaums war in letzter Zeit nichts musikalisches von der Familie Bertholini zu vernehmen. Seit den letzten Clubshows hatten wir uns im Proberaum vergraben, um gemeinsam neue Liedperlen zu polieren. Vier von diesen Perlen sind nun endlich und vollends fertig! Gerade rechtzeitig. Denn das Schicksal hat sichs mal wieder recht schlau ausgedacht und uns am vergangenen Wochenende – wohlgemerkt exakt eine Woche vor dem saisonalen, sommerlichen Highlight des Jahres (dem Bardentreffen in Nürnberg) – gleich auf zwei schmucke Open-Air-Bühnen gestellt. Dort erblickten die vier neuen Songs nun erstmals das Bühnenlicht.

Samstag, 23. Juli – Lauf
Der erste Teil unserer musikalischen ‚Beta-Tests‘ fand am vergangenen Samstag bei der ‚Langen Laufer Kulturnacht‘ im idyllischen Garten des Laufer Jugendzentrums statt. All die Idylle konnte allerdings kaum darüber hinwegtrösten, dass auch bei bestem Freiluftwetter wahrlich nicht allzu viele Laufer tatsächlich im Villengarten ankamen. Allerdings bestand keine Gefahr, dass wir sehnsüchtig nach Bühnenluft dürstenden Bertholinis – erst recht mit vier neuen Songs im Gepäck – uns den ebenso lauen wie launigen Abend verderben lassen. Danke JUZ, war trotzdem sehr schön!

Sonntag, 24. Juli – Altdorf
Deutlich mehr los war tags darauf bei ‚MIA 2016‘ in Altdorf. MIA steht schlicht und einfach für ‚Musik in Altdorf‘ und ist eigentlich ein eher der Weltmusik zugeneigtes Festival mitten in der kleinen Altstadt. Wir hatten die Ehre, am sonnigen Sonntagnachmittag das Festival beschließen zu dürfen und ich hatte den Eindruck, dass auch dieser Umstand dazu beitrug, dass sich einer von diesen besonderen Verbrüderungs-Momenten (Verschwestern gibts gar nicht, oder?) zwischen Band und Publikum ereignete. Mitunter lässt sich Todor dann zu längeren Ansagen hinreißen, die wiederum das Publikum auf teilweise überraschende Ideen bringt. Als z.B. gegen Ende des durchaus euphorischen Konzerts die pralle Sonne auf Oszkar und Todor herunterbrannte, gesellte sich einfach einer der „vor-der-Bühne-Tänzer“ mit einem großen Sonnenschirm zu uns auf die Bühne und spendete den beiden abwechselnd Schatten. So ne Sachen eben. Insgesamt ganz wunderbar also in Altdorf!

Und wie waren jetzt die neuen Songs?
Es ist schon ein besonderer Moment, wenn man das frisch komponierte Stück, an dem man lange gefeilt und arrangiert hat, dann erstmals öffentlich auf der Bühne spielt. Vergleichbar vielleicht mit der Situation, wenn man den neu entdeckten Ohrwurm einem Freund vorspielt: man hört irgendwie mit ganz anderen Ohren hin. Insofern war es zumindest für mich etwas überraschend, wie ruhig und fast balladesk sich ‚Toader 2‘ (Arbeitstitel) anfühlt. Oder wieviel Offensivkraft ‚The Kreator‘ (noch ein Arbeitstitel) dann wirklich entwickeln kann. Gut eingefügt haben sich denke ich alle vier und es macht riesigen Spaß das zu spielen! Ich bin gespannt wie das Bardentreffenpublikum darauf reagieren wird! Nämlich am:

Freitag 29. Juli, 21:30 Uhr – Bardentreffen Nürnberg / Bühne am Lorenzer Platz

Erst seit heute (Dienstag) ist überhaupt sicher, dass das diesjährige Bardentreffen auch tatsächlich stattfinden wird. Wir sind – nicht nur als dort auftretende Künstler – froh, dass die Stadt Nürnberg trotz der Geschehnisse der letzten Tage und Wochen diese Entscheidung getroffen hat. Wir freuen uns riesig darauf am Freitag zum dritten Mal ein Teil dieses großen Festes der Vielfalt und des kulturellen Austauschs zu sein. Kommt raus feiern!

Über Puzzles, fremde Wohnzimmer, große Kinos und Fahrradkeller

Die vergangene Woche startete spektakular! In der Sendung Puzzle im Bayerischen Rundfunk war ein wunderbarer Beitrag über unsere große Familie zu sehen. Ich hatte ja schon vor einigen Wochen, direkt nachdem wir das Interview gemacht hatten, die Befürchtung geäußert, der Beitrag könnte etwas albern werden. Filmautor Matthias Beckel hat sich jedoch durch unsere alberne Seite nicht (allzu sehr) vom Wesentlichen ablenken lassen. Vielen Dank dafür! Auch wenn sich über den echten Wahrheitsgehalt freilich streiten lässt… Wer das gute Stück noch nicht gesehen hat, findet es hier in der Mediathek des BR (wo der Film übrigens nun ein Jahr lang verfügbar bleibt; achja und die 5-Sterne-Bewertung ist übrigens von mir, probiert das ruhig auch mal aus…), oder hier in textlicher Zusammenfassung.

Wie auch am Ende des Beitrages angekündigt waren wir dann am vergangenen Freitag wieder in der Coburger Sonderbar zu Gast. Und ein ums andere Mal stellen wir dort fest, dass es wirklich eine besondere Bar ist! Jedenfalls hatten wir bisher immer besondere Abende dort. Abende, an denen man sich vom Ankommen und Aufbauen bis zum Zusammenpacken und Verabschieden sehr wohl und willkommen fühlt! Klein und gemütlich, die viel zitierte Wohnzimmer-Atmosphäre also! Sehr gut, denn wir waren ja immerhin erst zum zweiten Mal mit dem neuen Live-Set zu hören (Reihenfolge leicht angepasst, besser jetzt, Routine ebenfalls steigend, wir optimieren weiter!). In zwei äußerst angenehmen Punkte ist auch in der Sonderbar gerade für Musiker weiter optimiert worden. Erstens ist die Bühne um etwa einen halben Meter vergrößert worden, was uns mit unserem ebenfalls weiter vergrößerten Instrumentarium sehr entgegen kam. Und zweitens wurde die Leistungsfähigkeit der Lüftungsanlage deutlich gesteigert, was den Schweißtrieb (oh, es menschelt) während des Konzerts immerhin kontrollierbar machte (das Problem von glitschigen Basssaiten habe ich glaube ich an dieser Stelle schon einmal beleuchtet…). Sonderbar wunderbar! Danke Oli! Bis zum nächsten Mal!

Keine 24 Stunden später wartete bereits die nächste Bühne auf uns! Und wieder eine alte – wenn nicht bestens – Bekannte! Das gesamte Nürberger K4 beherbergte am vergangenen Samstag das vom bayerischen Flüchtlingsrat in Kooperation mit dem Nürnberger Musikverein und der DESI veranstaltete Festival „Rage against Abschiebung„. Das fühlte sich dann freilich ganz anders an als in der kleinen Sonderbar: nicht Wohnzimmer sondern großes Kino! Guter Zweck, gutes Festival, gute Bands (Egotronic, Yohto) und halt der Festsaal im K4! Spätestens seit unserem dortigen Release-Konzert 2011 eine spezielle Location für uns. Und wenn der Festsaal im K4 so richtig schön voll ist, dann ist das ein bisschen wie Weihnachten! Oder Pokalfinale! Oder eben wie Album-Release-Konzert! Die Gunst der Stunde bescherte uns neben unserem Tontechniker (Danke Sebi!) sogar Speedy am Lichtpult (2011 ebenfalls dabei), der sich offensichtlich noch erinnern konnte und sich merklich austobte (auch großes Dankeschön!). Sehr schöne Momente und ich glaube insgesamt ein sehr gutes Konzert von uns! An so einem Abend entsteht dann sogar aus einem technischen Problem (kurzer Ausfall von Oszkars Gitarre) ein Highlight (reine Lapsteel-Strophe in „Run to hide“). Und dann kam am Samstag auch irgendwann (nach knapp einem Jahr in Proberaum und Studio) die Gewissheit, dass die neuen Songs live mindestens genauso gut ankommen wie wir sie im Proberaum und auf CD empfinden. Das spürte glaube ich die ganze Band und das hat auch viel Euphorie und Motivation hinterlassen! Ist mir auch noch nie passiert, dass ich dann Nachts nach so einem Heimspiel-Konzert mein Rad im heimischen Fahrradkeller unterbringe und – zugegeben leicht angeschickert – mit Kopfhörern im Ohr zum noch rot-blinkenden Fahrradlicht ganz allein das Tanzen anfange! So schön…

Euer Zoltán

 

 

Studio – Tag 5

Es bleibt weiterhin spannend hier im Studio! Was ist gestern noch passiert? Die gesammelte Kraft aus der gestrigen Schäufelepause wurde anschließend in Song Nummer 9 investiert. Für den Song kursieren zwei Arbeitstitel: „Endlessly in love“ und die einfachere Bezeichnung „Dögel“. Der Song wurde im Vorfeld arrangement-technisch als die noch größte Baustelle im neuen Material identifiziert. Insofern wurde schon auf dem Rückweg vom Bratenessen über potentielle Änderungen diskutiert. Nach langem (und erfolgreichem) experimentieren stellte sich dann schließlich heraus, dass sich das neue nun erarbeitete Ergebnis eigentlich nur wenig von der ursprünglichen Fassung unterscheidet. Kleine Änderung – große Wirkung! Trotzdem hat „Dögel“ bzw. „Endlessly in love“ seinen ganz eigenen Charme behalten und ist gerade deswegen ein besonderes Schätzelein auf dem neuen Album. Ihr werdet es früher oder später hören, hoffe ich.
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Das war gestern, heute ist natürlich auch schon wieder einiges geschehen. Zunächst wurden die Aufnahmen leider verzögert, weil durch den nächtlichen Regen Teile des Aufnahmeraums leicht unter Wasser standen. Die diversen Pfützen – die größte in Todors Gesangskabine – haben glücklicherweise aber keine weiteren Schäden am Equipment angerichtet. Dementsprechend wurde flugs umgebaut und Laszlo spielte das Nord (-Piano) für den 10. Song „Sticks & stones“ mit uns Anderen im großen Aufnahmeraum ein. Der Song sperrte sich allerdings ungewohnt lange dagegen, tatsächlich aufgenommen zu werden. Erst wollten diverse Übergangsparts nicht so wie wir wollten und dann hatte auch noch das richtige Tempo ein Wörtchen mitzureden. Schlußendlich ist aber mittlerweile ein sehr guter Take gelungen, über den gerade noch weiter Drums, Kuhglöcke und natürlich die Bläser eingespielt wurden und werden.

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Zu den Fotos von heute muss ich noch anmerken, dass wir den heutigen Tag zum Bad-T-Shirt-Day erklärt haben. Das heißt jeder von uns trägt das unterste Shirt aus seinem Kleiderschrankstapel.

Sound für mich wars das jetzt schon. Die jetzt noch offenen Songs werden in kleinerer Besetzung (ohne Bass und Schlagzeug) eingespielt. Obendrein kann ich ab morgen den Produktionsprozess nicht mehr in vollem Umfang begleiten (muss arbeiten). Ich hoffe trotzdem, morgen Abend noch weiter vom hiesigen Treiben berichten zu können. Wir werden sehen…

Euer Zoltán

Studio — Tag 4

Es wird langsam schwierig den Überblick zu behalten! Was ist schon aufgenommen? Bläser hier, Banjo da, Glockenspiel dort… Aber ich werde versuchen, das Erreichte zusammenzufassen. Der gestrige Tag wird als ein Produktiver in die Bandgeschichte eingehen. Nachdem „Apart“ und auch „Lonely G“ – abgesehen vom Gesang – fertig aufgenommen waren kam Song Nummer 6 an die Reihe, Arbeitstitel ‚Staying alive‘ (böse Zunge würden behaupten nach „Come together“ schon der zweite Coversong – mit nichten). Eine sehr ruhige getragene Nummer mit Gitarrenschwerpunkt, da kommts freilich ganz auf den ‚magic take‘ an. Dieser kam jedoch dank Licht-aus-Räucherstäbchen-an schon beim dritten Versuch zustande. Magisch! Zu allem Überfluss wurde gestern, nach einer leider unvollständigen Pizzabestellung (Gábor bekam Solidaritätsstücke), noch Song Nummer 7 begonnen: „By your side“. Mmmmmh, ist der schön geworden! Ebenfalls recht reduziert, tolles Klavier, sehr stimmungsvoller Abend-Take! Unser 3-Songs-an-einem-Tag-Vorsatz hat also mehr oder weniger geklappt. Feierabend.
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Mit „By your side“ ging es dann heute morgen noch weiter. Gitarre ausbessern, Bläser aufnehmen und Schlagzeug doppeln. Ich glaube der Song könnte mein persönlicher Überraschungshit des Albums werden! Seit etwa zwei Stunden befassen wir uns mittlerweile erfolgreich mit „Heartbeat“ (Song Nummer 8). Soll heißen: der Basistake ist nach kurzer Diskussion und wenigen Sound- und Detailanpassungen im Kasten. Akustikgitarre und Banjo sind ebenfalls aufgenommen bzw. ausgebessert. Die Gerüchteküche brodelt: „Heartbeat“ wurde von den Experten im Vorfeld als die erste Singleauskopplung des Albums gehandelt. Im Moment (noch ohne Bläser und Gesang) ist diese Prognose sicherlich noch nicht zu dementieren. Ihr werdet sehen…

Soweit so gut, Oszkar beginnt nun mit Gitarrenoverdubs! Geplant ist allerdings auch ein sonntägliches Schäufele als Stärkung für die noch verbleibenden zwei bis vier Songs. Mahlzeit!

Bis bald
Euer Zoltán

Studio — Tag 3

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Gestern Nachmittag folgten noch einige Stunden mit Song Nummer 4 „Apart“. Es gab einiges zu tun. Erster Einsatz von Banjo, Kontrabass, Organetta (siehe zweites Foto)und Flügelhorn. Auch am Arrangement wurde noch gefeilt und diverses ausprobiert, das Ergebnis ist einmal mehr wundervoll. Ein entspanntes gemeinsames Essen beim Italiener (Per Baco – mmmmh) war der angemessene Ausklang von Tag 2.

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Heute morgen fing dann der frühe Vogel Oszkar den Einspielwurm und ergänzte diverse Gitarrenparts. Nächster Song – mittlerweile nahezu komplett – ist jetzt „Lonely G“. Laszlo ist gerade dabei dafür die Melodikaspur einzuspielen, dann folgen noch Bläser und die Live schon eingesetzten Wein- und Bierflaschen in der Strophe. Wenn alles gut geht klappen heute noch zwei weitere Songs, wir werden sehen…

Alles gut im Studio!
Euer Zoltán

Studio — Tag 2

Es geht weiter hier in den heiligen Kellerhallen des Lonestar Studios. Seit heute morgen um 10 wird munter am dritten Song „Come together“ (kein Cover) gearbeitet. Nachdem die ersten beiden Songs wie geplant aufgenommen wurden haben wir erstmals größere Umbauten vorgenommen, d.h. das Arrangement etwas verändert. Der vorher etwas schräge C-Teil wurde durch eine Unterwasserstrophe ersetzt. Besser jetzt, viel besser!

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Aktuell spielen jetzt wieder die Bläser über unseren Rohbau, was mir hier immer die Gelegenheit zum bloggen gibt. Danach geht es wohl mit der Hitsingle „Heartbeat“ weiter. Ich melde mich, muss jetzt aber wieder die Ohren spitzen…

Euer Zoltán

Studio — Tag 1

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Es ist soweit, wir befinden uns im Studio. Gestern Abend wurde aufgebaut, seit heute Morgen aktiv eingespielt. Song Nummer eins – „Lost & Found“ – ist bereits im Kasten und gerade eben ist auch der zweite Song – Arbeitstitel „Reddest of the lights“ – von allen Beteiligten abgenickt worden. Demnach sind nun die Bläser an der Reihe. Aufgrund der räumlichen Situation können wir diesmal nicht alle komplett live einspielen. Gabor, Laszlo und Ferenc sind gezwungen bzw.
in der komfortablen Situation nun nachträglich dazu einzuspielen. Und ich bin mir sicher, es wird wundervoll. Schon jetzt ist das was hier aus den Boxen kommt äußerst erfreulich. Wo soll das noch alles hinführen? Ich werde berichten und verbleibe vorerst freundlichst

Euer Zoltán