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Vom Sonic Ballroom zum ersten Schlachthof

Bevor wir am heutigen Freitag hier in der Räucherkammer des Wiesbadener Schlachthofs das letzte Bertholinikonzert des Jahres bestreiten will ich noch geschwind – der Soundcheck läuft bereits – ein paar Zeilen zu den vergangenen beiden Abenden loswerden. Schon am Mittwoch waren wir Gast im Kölner Sonic Ballroom, gestern am Donnerstag auf der Bühne des Kasseler Schlachthofs. In beiden Clubs waren wir schon, in Kassel müssten es mittlerweile sogar schon 4 Konzerte gewesen sein. Der Sonic Ballroom kommt eher wie eine kleine, finstere Punkkneipe daher, das musikalische Programm kennt aber eigentlich keine stilistischen Grenzen. Udo himself empfing uns sehr herzlich und war bestens vorbereitet, was die Details unseres Technical Riders anging. Die Bühne kam mit unserer Besetzung gerade noch so zurecht – kuschelig wars, der Bewegungsspielraum sehr begrenzt. Vor der Bühne wiederum war am späteren Abend leider zu viel Platz, so dass der Abend etwas angespannt startete. Das hiesige Hausgetränk ‚Kettenfett‘ musste da scheinbar etwas nachhelfen. Hernach gab es einmal mehr viel Lob zur Klangqualität, Mischer Sebbi kommt auch mit wenig Equipment und schwierigen Verhältnissen – weite Teile des Soundchecks verbrachte er auf einer Haushaltsleiter – bestens zurecht.

Bestens ausgestattet ist in dieser Beziehung seit jeher der Kasseler Schlachthof. In Verbindung mit den akustischen Gegebenheiten des kleinen Saales führte das gestern wohl zum bisher schönsten Bühnensound auf der bisherigen Tour, ein besonders großes Vergnügen. Ein Rotweinabend. Ich muss zum Soundcheck…

Zoltán

Balsam für gestresste Musikerfüße

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Familie Bertholini ist wieder unterwegs! Auf unserem Weg gen Norden zum Wilwarin-Festival haben wir gestern im Schlachthof in Kassel Halt gemacht. Ein sehr netter Club in dem wir schon in der Vergangenheit ausnehmend freundlich aufgenommen wurden. Einige Highlights der Bandgeschichte sind tatsächlich mit diesem Club verknüpft. Beispielsweise unser erstes Zusammentreffen mit dem kanadischen Teil der Familie namens Friendly Rich & the Lollipop People. Erstaunlicherweise vom gleichen Abend datiert außerdem der Premierenpost dieses Blogs, der mittlerweile sage und schreibe fast dreieinhalb Jahre alt ist und damals im Büro des Schlachthofs auf englisch verfasst wurde.

Der gestrige Abend wurde von Punk’d Royale aus Düsseldorf eröffnet. Wir selbst waren gegen halb Elf auf der Bühne, nachdem wir einen vom örtlichen Techniker bestens vorbereiteten Soundcheck absolviert und im angrenzenden Nordstadtpark die Abendsonne genossen hatten. Ja, es war heiß und auf der Bühne wurde gestern wohl noch eine Extraportion Schweiß vergossen. Leider waren die ‚lucky Kasselers‘ an diesem lauen Abend nicht allzu zahlreich im Schlachthof erschienen. Alle Anwesenden – uns natürlich eingeschlossen – hatten freilich trotzdem einen feinen Abend.

Heute gehts nun weiter gen Ellerdorf, wo wir heute Abend um 19:45 Uhr zu sehen sein werden. Die zwei bis drei Stunden Freizeit, die uns bis zum Abend bleiben haben wir diesmal außerordentlich gut und erholsam verplant. Der Barfusspark im Egestorf bot unseren gestressten Füßen äußerst natürliche Erholung. Nach Kneipe-, Schlamm-, Reißig- und Glasscherbenbad und auch sonst herrlich barfüßigem Waldspaziergang haben wir nun wieder Fahrt aufgenommen und bereits den Elbtunnel passiert. Aus wohlig warmen Socken grüßt

Euer Zoltán

Eröffnen in Wiesbaden

Wir sind wieder unterwegs. Drei Tage lang geht unser Tourwochenende, das gestern Abend mit einer Supportshow für und mit unseren geschätzten Freunden und Labelkollegen von Mardi Gras BB fulminant gestartet ist. Der Schlachthof in Wiesbaden war dabei unser Gastgeber – der Club heißt so. Diese Konstellation – Mardi Gras und The Great Bertholinis im Doppelpack – ist ja mittlerweile schon mehrfach erprobt und für gut befunden worden. Und über die musikalisch hohe Kompatibilität hinaus kann man auch im zwischenmenschlichen Bereich durchaus von gegenseitiger Sympathie sprechen. Für uns also ehrlicher Anlass zur Freude, gleich zwei Konzerte dieser Art in Folge zu spielen.

Natürlich sind die wenigsten Bühnen dafür gemacht, zwei derart vielköpfige Bands an einem Abend aufzunehmen. Man muss da schon etwas zusammenrücken und den einen oder anderen Kompromiss finden. Selten war ich beispielsweise auf der Bühne räumlich so weit von meinem schlagzeugenden Cousin Lobos entfernt wie am gestrigen Abend. Das Problem, auch Backstage genügend Platz für so viele Musiker parat zu haben war gestern allerdings hervorragend gelöst. Die momentan baufällige große Halle des Clubs (ich würde mal schätzen, hier kãmen gut und gerne 2000-3000 Leute unter) stand uns hierfür unter anderem zur Verfügung. Sehenswert!
Eher ungewohnt für uns war gestern die frühe Spielzeit. Als Supportband standen wir schon um kurz vor 8 Uhr auf der Bühne und Anfangs wurde ein Teil derselben durch ein Seitenfenster gar von Tageslicht erhellt. Das tat der Stimmung im Saal aber nicht weh, oh nein! Ich hatte sogar das Gefühl, viele Mardi-Gras-Fans wurden durch einige wild tanzende, offensichtliche Bertholini-Fans wiederum zum mitmachen animiert. Ein sehr angenehmer Effekt! Umso schneller war allerdings unser gekürztes aber nicht weniger feierliches Set zu Ende. Nach hektischem Ab- und Umbau blieb dann natürlich noch der ebenfalls angenehme Teil des Mardi Gras Konzerts. Immer wieder schön!

Aktuell gehts mit staubedingt leider nicht so großen Schritten gen Süden. Schauplatz des zweiten Doppelkonzertes ist Winterthur in der Schweiz. Es kühlt bereits merklich ab, ich will hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist. Ich werde mich morgen melden, sobald deutsche Mobilfunknetze uns wieder aufgenommen haben. Bis dahin!

Euer Zoltán