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Pferdestall und jede Menge Presse

Lászlo hat ganz richtig angemerkt, ich schulde euch noch ein paar Zeilen zum Sonntagskonzert in Bremerhaven. Der Pferdestall in Bremerhaven ist tatsächlich ein ehemaliger Pferdestall, der mit viel Liebe und Mühe zu einem schnuckligen Konzertsaal umgebaut wurde. Hier findet etwa all 29,53 Tage die Konzertreihe „Vollmond-Lounge“ statt und zur loungigen Feier des gestrigen Vollmonds (9. Februar) war die Familie Bertholini geladen. Die Bezeichnung „Lounge“ wird in diesem Fall relativ ernst genommen! Der Saal ist bestuhlt und eine vom Losglück gesegnete Person darf den gesamten Abend tatsächlich auf einem Sofa direkt vor der Bühne verbringen.

Generell hatten wir auf der Tour ja bereits erste Erfahrungen mit der erhöhten Aufmerksamkeit von nicht-stehendem Publikum gemacht – auch im Stuttgarter LAB lauschten die Zuhörer sitzend. Trotzdem entstand hier eine ganz eigene Atmosphäre, die vielleicht auch der Tatsache geschuldet war, dass der Altersdurchschnitt im Saal (zumindest auf den ersten Blick) deutlich höher war als bei den Konzerten zuvor. Jedenfalls beflügelte die konzertante Stimmung im Pferdestall gepaart mit den erneuten Schnappsrunden für die Band und dem offensichtlichen Wohlwollen seitens der Zuhörerschaft (mit Sofasitzerin) ein sehr gediegenes Konzert der Band: etwas weniger Lautstärke, dafür umso mehr Präzision. Großes Kino! Nach dem großen 6-tägigen Tourblock durch den Nordwesten gehts nun am Donnerstag weiter Richtung Berlin, wir haben also drei Tage Zeit, um kurz Kraft zu tanken und das Erlebte zu verarbeiten.

Die Online-Redaktion hat heute ebenfalls einiges zu vermelden, Rezensionen zur CD gibts von RoteRaupe.de, gaesteliste.de, motor.de, koelner.de, helga-rockt.de und musicchannel.cc. Viel Spass beim lesen! Achja: Einen Live-Review gibts auch, Triggerfish.de war beim Konzert in Duisburg!

Late Update: Duisburg / Iserlohn

Endlich mal wieder ein kurzer Einblick in unser Tourleben. Seit Bielefeld ist so einiges passiert, allerdings hat die dichtbesiedelste Gegend Europas leider etwas mit Internetzugängen gegeizt. Wo waren wir stehen geblieben? Richtig, Donnerstag, Bielefeld. Die Sonne bescherte uns zunächst einen tollen Tag auf dem Weg nach Duisburg. Es ist faszinierend, wie leicht die Stimmung von äußeren Umständen hin- und hergeschubbst wird, wenn tagtäglich die hellen Stunden des Tages einzig durch den Transfer von A nach B bestimmt werden. Frühlingssonne bewegt (nicht nur) Bertholinis recht schnell zum Herumalbern, tristes Grau – wie gestern zwischen Duisburg und Iserlohn – lässt den Humor eher ins dunkle abdriften. Ein Wechselbad der Gefühle, aber Familie ist halt Familie!

Also, was ist alles passiert? Der Reihe nach! Ein ausgelassenes Freitag-Abend-Konzert im Duisburger Steinbruch. Eine 10-Mann starke Vorband mit dem unaussprechlichen Namen „The Chimprella Utan Pans“. Volltrunken-tanzende Geburtstagsgäste – neben Geburtstagskind Christoph ist ja außerdem unser eigenes Baby „Planting a tree next to a book“ am Freitag auf den Markt geworfen worden! Halleluja!!! Alle ab in die Läden und einkaufen!

Gestern hat uns dann auch der erste Stau erwischt, daher waren die 87 km nach Iserlohn erst nach stolzen 2,5 Stunden bewältigt. Dort dann der Jazzclub Henkelmann, seineszeichens ältester Jazzclub Deutschlands, eine renommierte Adresse also. Hier kamen zwei Dinge auf überraschende Weise zusammen, die wir so bereits auf der Tour erlebt hatten. Zum einen einige Tische direkt vor der Bühne, die von ernstzunehmenden Zuhörern trotz unüblicher Lautstärke wacker besetzt blieben. Zum anderen zwei vom Publikum initiierte Schnappsrunden für die Band während des Konzerts! Anfängliche, Jazzaura-bedingte Unsicherheiten waren demnach schnell behoben und so wurde es – auch dank Todors vielzitiertem Conferencier-Talent – ein sehr warmherziger Abend mit neuen Freunden im Sauerland.

Für die unmusikalische Überraschung des Tages sorgte gestern allerdings Bruder Oszkar, der sich auf der Treppe beim Ausladen wohl das eine oder andere Band im linken Fuss gezerrt, gedehnt oder gerissen hat. Schlimmere Befürchtungen (wie etwa ein Bruch) konnten im St. Elisabeth-Krankenhaus ausgeschlossen werden, Krücken werden ihn nun wohl noch einige Tage begleiten…

Große kleine Konzerte

Vorgestern waren wir froh über das widererwarten gut besuchte Montagskonzert, am gestrigen Dienstag wurden wir erneut mit den elementaren Regeln und Ausnahmen des Tourlebens konfrontiert. Zum einen stellte sich heraus, dass Dienstagskonzerte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie Montagskonzerte – offensichtlich
nehmen Studenten in Fulda die Prüfungszeit etwas ernster als ihre Mainzer Kollegen. Zum anderen zeigte sich aber, dass große Konzerte durchaus in kleinerem Rahmen stattfinden können. Vor allem wenn so nette und leidenschaftliche Zuhörer da sind, wie gestern Abend im Kulturkeller zu Fulda.

Wann hat man beispielsweise die Möglichkeit des direkten Vergleichs zwischen Album- und Live-Version von „I’ll be fine“? Wann bekommt die Band vom eigenen Publikum schonmal zwei Schnappsrunden ausgegeben? Ein Hauch von gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre! Wie gerne gibt man guten Freunden dann auch eine CD mit nach Hause…

Im Moment sind wir unterwegs nach Halle, wo wir heute Abend zu Gast im Object 5 sind. Wir sehen uns hoffentlich dort! Achja, neue öffentliche Meinungen zur neuen CD gibts hier von Pop100. Und den Livemitschhnitt von unserem Konzert in Wien könnt ihr hier anhören…