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Nougat in der Mozartstadt

Am gestrigen Samstag verschlug es den Bertholini-Clan nach langer Abstinenz mal wieder über die deutsch-österreichische Grenze ins schöne Salzburg. Alljährlich wird dort zur Eröffnung der internationalen und renommierten Salzburger Festspiele das „Fest zur Festspieleröffnung“ gefeiert. Scheinbar ein wirklich besonderer Anlass. Durch die malerischen Gassen im Schatten des Mönchsberges kreuchen und fleuchen internationale Gäste! Wo – wie sonst auch – dichtgedrängt hiesige Delikatessen verspeist, Fiakerfahrten gebucht, Sehenswürdigkeiten fotografiert und Minutenkarikaturen angefertigt werden, finden an diesem Abend auch große und kleine, völlig kostenfreie Konzert- und Theatervorführungen statt. Jede Ecke wartet mit neuen Klängen (die übrigens vorwiegend der klassischen Musik zuzurechnen sind) und überall wandeln frohe Gesichter. Hie und da werden auf dieser Spielwiese der E-Musik – unsere „Vorband“ brachte beispielsweise ausschließlich Stücke von Haydn zu Gehör – aber auch bewusst Kontraste gesetzt. Anders konnten zumindest wir uns nicht erklären, dass auf einer der größten Nicht-Festspielbühnen im Hof Wolf Dietrichsruh unser Konzert angesetzt wurde. Für uns eine große und überaus angenehme Überraschung!

Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob das versammelte, internationale Laufpublikum nicht auch ganz dankbar für diese U-musikalische Abwechslung war. Jedenfalls blieben die ansonsten Krapfenbrezen essend durch die Gassen streunenden Zuhörer in großer Zahl in unserem Universitätshof hängen. Und in jedem Fall ein besonderes Publikum! Ein sehr aufmerksames Publikum, im Sinne des konzentrierten Zuhörens. Ob das am Hang (oder zumindest an der Sympathie) zur Klassik liegt? Jedenfalls entwickelte sich eine entspannte und sehr wertschätzende Stimmung in unserem Hof (unweit von Mozarts Geburtshaus übrigens…). Neue Freunde in Österreich also! Wir werden übrigens Anfang Dezember dieses Jahres wieder in Salzburg sein, dann zusammen mit Mardi Gras BB, das könnte euch auch gut gefallen!

Bilder vom Wochenende gibts über diesen Link. Da sind neben den ersten Bildern von Oszkars neuen Gitarren-Aufklebern übrigens auch einige neue Bilder vom La Pampa Festival dazugekommen! Und hier sogar mal externe Flickr-Fotografierer, die uns in Rudolstadt gefunden haben. Und um den dramaturgischen Faden des vorhergehenden Blogeintrags kurz zu einem Ende zu verknoten, hier der kurze und nachträgliche Wetterbericht: nach kurzen und deftigen Regenschauern am Vor- und frühen Nachmittag, schien erneut mit Beginn unseres Konzertes bei strahlend blauem Himmel die Sonne! Wir gewöhnen uns langsam daran…

Wer sich erst kürzlich gedacht hat, er würde ganz gerne mal wieder nach Holland fahren, kann uns am nächsten Wochenende gerne in Bladel beim Totaalfestival überraschen. Wir sind jedenfalls da und freuen uns über bekannte Gesichter. Wir spielen übrigens nicht nur Samstag Nacht, sondern auch am Sonntag Vormittag zum musikalischen Brunch. Prost Mahlzeit!

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Drachenfliegen in Braunschweig

Endlich ist die Familie wieder unterwegs. Leider ist bei unserem Kurztrip in den Norden unser Cousin und Techniker Felics nicht dabei. Es liegt ein leises Gefühl der Unvollständigkeit in der Luft, sein Platz im Bus ist leer! Aber es wird auch so gehen – müssen…

Es ist wie gesagt länger her, dass wir tatsächlich gemeinsam unterwegs sind. Die beiden Einzelkonzerte in München und Nürnberg zählen nicht so richtig, erst seit heute ziehen wir wieder mehrere Tage am Stück durchs Land. Nach Norden, aber das hab ich ja schon erwähnt. Das Land sieht mittlerweile auch schon ein bisschen mehr nach Frühling aus, was die lange Anreise nach Braunschweig insgesamt angenehmer macht. Hier ein Blick in ein frischgrünes Tal, dort blitzt die Sonne durch den Wald, fluffige Wolken im Sonnenuntergang – schön ist das. Aber was schreib ich? Eigentlich solls hier ja um das heutige Konzert gehen.

Ich habe in den vergangenen Wochen des öfteren von schönen Locations und netten Sälen geschrieben. Von tollem Sound, wundersamer Beleuchtung und nettem Ambiente. Von so oft idealen Rahmenbedingungen für große kleine Konzerte! All das schien uns heute etwas den Rücken gekehrt zu haben. Das Jugendzentrum Drachenflug in Braunschweig ist bei Tageslicht eine recht karge Adresse. Im Saal stehen auf Linoleumboden ein Kicker, eine Tischtennisplatte, nebenan die Bar und der fast obligatorische Billardtisch. Eine kleine Gesangsanlage wird noch aufgebaut, Monitore werden noch schnell organisiert – „das klappt schon alles irgendwie“ sagt der Veranstalter. Muss ja!

Aber zum Glück behält er recht! Das Drachenflug bleibt zum Glück nicht so karg wenn Menschen drin sind. Und gut gelaunte dazu! Die tanzen auch bald! Und lachen und klatschen! Und sagen hinterher, dass das Konzert noch länger hätte gehen können. Die Musik vollbringt mal wieder Erstaunliches und Verbindendes! Trotz aller zunächst gewähnten Widrigkeiten also ein gutes Konzert. Im Fussball würde man von einem Arbeitssieg sprechen. Und der verschwitzte Schütze des einzigen Tores würde hinterher am Spielfeldrand sagen, dass es ein Zeichen von Qualität ist, wenn man auch solche Spiele gewinnt. Nix für den Ruhm also. Morgen Abend sieht alles schon wieder ganz anders aus. In der Hauptstadt wartet das Suppamolly auf uns. Und dort werden wir endlich wieder auf unsere kanadischen Freunde Rich, Kristin, Scott, Nichol und John treffen, die dort als Friendly Rich and the Lollipop People morgen ihre diesjährige Deutschland-Tournee eröffnen werden. Man darf gespannt sein!