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Cineastische Verwirrung in St. Leonhard

Vergangenen Sommer waren wir beim Kuahgarten-OpenAir im schönen St. Leonhard bei Wasserburg am Inn. Wir waren damals noch am Nachmittag zu Gast am on3-Südwild-Bus in Wasserburg, um am Abend – leider bei heftigem Dauerregen – eine gerade deswegen trink- und tanzwütige Menge zu begeistern. Schon damals wurde euphorisch ein baldiges Wiedersehen beschlossen, das nun am vergangenen Wochenende im „Club Leonhard“ in St. Leonhard/Babensham stattfand. In der ländlichen Gegend bekommt die Bezeichnung „Club“ ein gesunde, bayerische Prise Gemütlichkeit mit auf den Weg. In dem riesigen, alten Gasthaus wird der klassischen Gaststube (mit Massivholzeinrichtung und Trockenblumen) der im Eingangsbereich etwas deplaziert wirkende Billard-Tisch, ein Turnier-Kicker und ein Dart-Automat gegenübergestellt. Im ersten Stock öffnet sich einem dann völlig unvermittelt ein recht großer Konzertsaal, dessen Flair eher rustikal anmutet. Alternative bayerische Gemütlichkeit eben. Dementsprechend nicht ganz unpassend wurde das Wiedersehen sogleich mit einem herrlich frisch gebrannten Obstler zelebriert und später das Warten auf unser Abendessen mit schafkopfen überbrückt.

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Es sollte ein rauschender Abend werden, an dem ich unter anderem feststellen musste, dass die damalige Trinkwut der vom Regen gepeitschten Festivalgäste nicht wie von mir vermutet vom Wetter abhing. Oder auch, dass hohe Espressokultur mittlerweile an den unerwartetsten Ecken zu Hause ist. Tatsächlich traf man auch einige bekannte Gesichter, was natürlich immer erfreulich ist. Die erstaunlichste Begebenheit während des Konzerts an diesem Abend war allerdings eine cineastische.

Schon beim Konzert von „Mäkkelä’s Trash Lounge“ – und grenzt es nicht an ein Wunder, dass sich unsere von Nürnberg bzw. Fürth ausgehenden Konzertwege ausgerechnet hier kreuzen – wurde an die Seitenwand im Saal Filmisches projeziert. Es liefen amerikanische Stummfilme aus der Frühzeit des Kinos, die mehr als Lichtstimmung denn als Film wahrgenommen wurden. Als wir aber schließlich um kurz nach 24:00 Uhr die Bühne betreten, stelle ich verwundert fest, dass das Filmprogramm mittlerweile in der Neuzeit angekommen ist. Pulp Fiction – wohlgemerkt ohne Ton – beginnt gerade und ich merke bereits nach wenigen Sekunden, dass es keine geringe Herausforderung für meine Konzentration bedeuten könnte, nicht ständig über die gerade laufende Szene und den dazugehörigen Dialog nachzudenken. Die Szenen kennt man einfach in- und auswendig: Mia Wallace (Uma Thurman) beobachtet Vincent Vega (John Travolta) durch die Überwachungskamera (dazu: Zucker Serenade), Jules (Samuel L. Jackson) beißt in einen Burger von ‚Big Kahuna Burger‘ (von uns: Waltz & the failure), Jack Rabbit Slimss Twist Contest (immerhin: I’ll be fine), Captain Koons (Christopher Walken) schildert seine Erlebnisse mit einer goldenen Uhr (passend: The things I gave) und nicht zuletzt die Befreiung von Butch Coolidge (Bruce Willis) und Marsellus Wallace (Ving Rhames) aus den Fängen des Fetischs (eher unpassend: Guest Conductor)… alles viel zu lange nicht mehr gesehen! Es war dann zum Glück doch kein Problem mit der Konzentration – ein Konzert ist immerhin ein Konzert – aber ich fürchte unsere Vertonung dieses mittlerweile 16 Jahre alten Klassikers (und es war ein gut gespieltes Konzert) konnte dem Original nicht annähernd das Wasser reichen.

Weiter geht unsere Tour schon am kommenden Donnerstag in Österreich, genauer gesagt in Graz. Das Autumn Leaves Festival wird im dortigen Orpheum bis Sonntag andauern (u.a. mit The Miserable Rich und Chris Garneau). Und am Freitag gehts dann weiter nach Innsbruck. Bis dahin.

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Zweimal mehr on3

Bevor ich irgendwas zum vergangenen Wochenende schreibe, hier nochmal unser herrliches neues Stück Film:

Dank unseren Freunden von on3 gab es am vergangenen Freitag in und um Wasserburg am Inn gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Am Nachmittag waren wir zu Gast bei on3-Südwild, einer täglichen Musik/Jugend/Kultur-Livesendung von on3, die u.a. auf BR alpha ausgestrahlt wird. Über diesen Link, könnt ihr euch die einstündige Sendung selbst angucken. Vor und nach unserem Livetalk gibt es zwei Songs vom im Herbst erscheinenden Album zu hören (freilich ebenfalls live gespielt). Viel Spaß dabei…

Gleich nach der Sendung gings für uns etwa 15km weiter zum von on3 präsentierten Kuahgartn-OpenAir nach St. Leonhard. Ein für die Größe des Festivals beeindruckendes Lineup u.a. mit Urlaub in Polen (sehr nette Jungs!), den akustischen Fotos, dem Jeansteam und noch einigen internationalen Bands. Wie der Name schon andeutet, findet das Ganze auf der grünen Wiese statt. Ein wirklich schnucklig-idyllisches Gelände und auch sonst allerhand bayerische Gemütlichkeit waren geboten. Starker Regen über weite Teile des Nachmittags und Abends machten dem großen Festivalvergnügen allerdings schwer zu schaffen – zu schade! Aus solch schwierigen äußeren Bedingungen ergibt sich dann allerdings oft ein ganz besonderes, eingeschworenes Gefühl (Regen – der gemeinsame Feind!) unter den tapferen Anwesenden, die sich Dank eines großen Regendaches direkt vor der Bühne versammeln konnten und offensichtlich – jetzt erst recht – feiern wollten. Als wir mit über einer Stunde Verspätung (auch dafür war die Nässe verantwortlich) gegen 21:30 Uhr auf die Bühne stiegen, war die Stimmung jedenfalls schon sehr ausgelassen. Ein sehr dankbares Publikum, das uns gegen Ende des Abend auch nicht alleine ließ auf der Bühne. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, würde ich z.B. nicht glauben, dass Lobos während der Zugabe einen neugierigen Gast am Schlagzeug hatte, oder sich Janos mehrfacher „Angriffe“ auf seine Lapsteel erwehren musste. Wunderbare Szenen der Verbrüderung!

An dieser Stelle möchte ich zum einen noch auf unser Konzert am kommenden Wochenende beim Nürnberger Bardentreffen hinweisen: am Sonntag (1. August) um 15:00 Uhr auf der Bühne am Hauptmarkt. Zum anderen möchte ich nicht ganz ohne Stolz verkünden, dass diese Zeilen hier zum 100. (in Worten: „einhundertsten“) Artikel in diesem unseren Blog gehören. Gratuliere!