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Herzberg und die Werbetrommel

Liebe Freunde, es ist soweit. Der offizielle Startschuss zur Promowelle für den Release unseres dritten Albums steht unmittelbar bevor. Und ehe ich euch vom vergangenen Wochenende und dem Burg Herzberg Festival erzähle gibt es heute ein cineastisches Wohlfühl-Bonbon aus dem Hause Bertholini. Wir klopfen diesmal gar am Tor zur HD-Welt (wers mag und sichs leisten kann, stelle gleich auf 720p und Vollbildmodus). Voller Stolz gratuliere und danke ich den Machern des Werks und präsentiere gleich hier unten dran die Wohnzimmerversion von Time Machine:

Gut geworden? Wir sind für Feedback und Kritik immer gern zu haben, immer her damit!

Kommen wir nun zum letzten Wochenende. Schon im letzten Jahr schrieb ich an gleicher Stelle vom großen und renommierten Burg Herzberg Festival. Waren wir damals noch auf der kleinen Bühne am Rande des Campinggeländes vertreten, dürften wir dieses Jahr auf der großen Hauptbühne ran. Das ganze findet tatsächlich seit 1968 auf dem Herzberg statt (eine Burg konnte ich auch dieses Jahr nicht entdecken) und bei einem Teil der Festivalbesucher könnte man sich durchaus vorstellen, dass sie sich bereits als Kinder auf der hiesigen Festivalwiese tummelten. Diese Wiese ist übrigens geradezu prädestiniert für ein solches Festival, von der Bühne steigt das herrliche Grün kontinuierlich an, so dass man auch in etwa 100 Metern Entfernung noch einen ungetrübten Blick auf die Selbige werfen kann. Das lässt schon ein wenig die Dimensionen der Veranstaltung erahnen. Wenn man darüber nachdenkt, dass am Abend vor unserm Konzert New Model Army und Jeff Beck die gleiche Bühne betreten haben, wähnt man sich schon im großen Rock-Olymp.

Von den Größen der Musikhistorie ist allerdings am frühen Sonntagnachmittag nicht mehr allzu viel zu spüren. Nur der Kater der Bühnentechniker und die tiefen Furchen der Trucks im aufgeweichten Geläuf lassen Großes erahnen. Wir betreten also am Sonntag bereits um 14:45 Uhr die Bühne, seit 12 Uhr mittags hat die Amsterdam Klezmer Band den frühen Festivalvögeln eingeheizt. Die Stimmung ist tatsächlich schon überraschend ausgelassen! Viele tanzen bereits in der Mittagssonne vor der Bühne und das Geschrei nach Zugaben hört sich nach mindestens 19:30 Uhr an. Der Rest der riesigen Wiese ist bis zum Horizont gut bedeckt von üppigen Deckenlagern und Sonnenzeltburgen – wie gesagt, ein großes Festival.

Ja nun, was kann man erzählen von unserem Konzert? Es gab weitere Live-Premieren zu vermelden: zwei Songs vom im Herbst erscheinenden neuen Album haben den Weg ins Liveset gefunden. Für Bright Days kam sogar erstmals ein Rhodes-Piano zum Bertholini-Einsatz. Mannomann! Ein eher unmusikalischer Höhepunkt des Konzerts war ein (zumindest für mich) recht spontaner Heiratsantrag eines Festivalgastes auf der Bühne. Auch von hier nochmal ein ganz dickes „Herzlichen Glückwunsch!“ von der ganzen Familie Bertholini. Auf einem Festival, das sich selbst mitunter als „Hippie Convention“ bezeichnet ist – und darüber schrieb ich ebenfalls letztes Jahr – die Dichte an begeisterten und ausdrucksstarken Tänzern deutlich über dem Durchschnitt. Das treibt tolle Blüten! Und die schönste davon passierte beim letzten Song (wiedermal die zweite Zugabe: Whispering Fools): ein riesiger Kreis von sich an den Händen haltenden Menschen. Und dank Oszkars geschickter steuernder Einwirkung kam es zu einer spontanen choreographischen Kumulation im Zentrum des Kreises, exakt zum Höhepunkt des Songs – ganz großes Kino!

Schon am kommenden Freitag sind wir wieder unterwegs, diesmal im Boarischen. Zunächst am Nachmittag zu on3-Südwild in Wasserburg am Inn (sobalds was zu sehen gibt, sach ich Bescheid) und dann gleich weiter zum Kuahgartn Open Air im nahen St. Leonhard u.a. mit Urlaub in Polen, den Fotos und dem Jeans Team. Bis dann!

Hopp Schwiiz!

Die Great Bertholinis erstmals in der Schweiz! Und dann sogar zweimal hintereinander! Der eidgenössische Staatenbund hat uns überaus wohlwollend und gastfreundlich empfangen…

17.07.2008 – Schwarzer Engel, St. Gallen (CH)

Der Schwarze Engel in der kopfsteingepflasterten Engelgasse ist ein sehr nettes und gemütliches Lokal, eigentlich eine Genossenschaft („…im Sinne des 29. Titels des Schweizerischen Obligationenrechts…“) zur Förderung von Kultur und Kommunikation. Ein bezaubernder Teppich diente als Bühne für uns 8 Bertholinis, der kleine Raum war schnell gut gefüllt und entsprechend heiß wurde es gegen Ende des Konzerts – klimatisch wie musikalisch. Offen und herzlich wie der ganze Abend war auch der entspannte Ausklang mit einigen neuen „Chollegen“. Sehr schön!

18.07.2008 – Cafe Kairo, Bern (CH)

Eine sehr schöne Veranstaltung ist das Gartenfestival (nicht zu verwechseln mit der örtlichen Konkurrenz vom Gurtenfestival) des Cafe Kairo in Bern. Schon das Plakat verspricht einiges:

Ein ganz großes, kleines Open-Air-Festival im Hinterhof mit noch mehr netten Schweizern mitten in ihrer eigenen Hauptstadt. Wirklich toll! Ein lauer Abend, entspannte Atmosphäre, gutgelaunte Konzertgänger, ein Backstagebereich wie aus dem Bilderbuch und ein wohl überzeugendes Konzert: aus zunächst zögerlichen Reaktionen werden zwei lautstark geforderte Zugaben mit dem Höhepunkt „Time Machine“ im rötlichen Halbdunkel. Großes Kino! Danke Bern…