August 22, 2009
Da wir uns nun vor der großen Songschreibe- und Probenphase noch ein wenig ausruhen, bieten wir Euch für die Zwischenzeit eine Auswahl der besten Suchbegriffe, über welche Leute unser Tagebuch gefunden haben. (zu beachten: die Leute haben uns nicht nur gefunden, sondern sind dem Link auch gefolgt. Respekt!)
ausdruckstanz (ganz allgemein – da bist Du bei uns an der richtigen Stelle!)
ausdruckstanz berlin (eher speziell – da können wir nur manchmal helfen)
piemeln spiel spielen (nur wenn wir müssen)
wohnzimmer mit barbereich (nur wer seine Beiträge spektakulär taggt, kann solche Treffer einheimsen)
grundruhe (gerne direkt an der Bühne)
vorbereitungen eines konzerts (genau unser Ding!)
oszkar bertholini (Glücklwunsch, Bruder! Du führst die Einzelmusikersuchliste an!)
Bevor wir uns aber für 3-6 Wochen in den Urlaub (bzw. unters Messer) begeben, lassen wir es schon morgen nochmal ordentlich flirren. Auf dem Weg in den Süden machen wir Station im Schloßgarten zu Saarbrücken. Schon um 18:00 Uhr wird hier zur Soirée geladen, wir freuen uns auf einen würdigen Sommerabschluss! Ich hoffe ich finde auf der Reise noch Zeit, euch unsere Eindrücke von dort zu schildern. Bis dann!
August 10, 2009
Nachdem wir in Aschaffenburg keinerlei Gelegenheit hatten, den Blogtext von heute Nachmittag online zu stellen, verweise ich hiermit auf den nachfolgendene Blogeintrag, der neben der heutigen Anfahrt über das Konzert in der Nürnberger DESI berichtet.
Jetzt sind wir wiederum auf der Heimfahrt von Aschaffenburg, das Konzert am wunderschönen Kommz-Festival liegt bereits hinter uns. Aufgrund der von Stau beeinflussten Anfahrt, waren unsere Ankunft und die Vorbereitungen des Konzerts selbst (Aufbau, Soundcheck, etc.) etwas hektisch. Zum Glück empfing uns aber ein durch ein wohl sehr schönes Festivalwochenende wohlgesonnenes Publikum. Das ganze Gelände im Großostheimer Park strahlte eine außerordentliche Gelassenheit aus, die von unserem Konzert erst einmal wachgeküsst werden musste. Die überall auf gemütlichen Sitz- und Liegeburgen entspannenden Menschen tauten tatsächlich zum Ende des langen Festivals noch einmal auf und gaben zur Musik der Bertholinis noch einmal richtig Gas. Ein tolles Set mit tollem Sound auf der Bühne und großartigen Momenten. Die neue Seifenblasenmaschine leistete beispielseweise Sensationelles. Natürlich auch musikalisch und was den Publikumskontakt angeht ein einwandfreier Abend. Wie gesagt, sehr nette und entspannte Menschen auf dem Kommz in Aschaffenburg!
An dieser Stelle möchte ich abschließend auf das Brückenfestival in Nürnberg am kommenden Wochenende hinweisen. Da wir selbst nicht unterwegs sind, trifft sich ein großteil der Band auf dieser völlig kostenfreien Veranstaltung unter der Nürnberger Theodor-Heuss-Brücke (und verkauft Bier). Großartige Livebands werden da sein, u.a. unsere Labelkollegen von The Audience und der britische Geheimtipp Ebony Bones. Vielleicht sehen wir uns dort. The Great Bertholinis werden selbst erst am 23. August in Saarbrücken aktiv. Bis dahin!
August 10, 2009
Wir sind auf dem Weg zum Kommz in Aschaffenburg und ich nutze die Gelegenheit, um euch einen kurzen Eindruck vom Mittwochskonzert in der Nürnberger DESI zu geben. Das alljährliche, örtliche Sommernachtfilmfestival, ein mobiles OpenAir-Kino-Festival durch Nürnberg, Erlangen und Fürth, lud zur Eröffnungsveranstaltung. Zusätzlich zum Eröffnungsfilm gönnen sich die Veranstalter an diesem Vorabend des Kinosommers regelmäßig eine Band, wobei die Kombination Band/Film durchaus stilistisch aufeinander abgestimmt ist. Das Interessante in diesem Jahr: The Great Bertholinis standen schon seit langem auf der Wunschliste der Veranstalter, es wurde also im Vorfeld nach einem passenden Film zu unserem Konzert Ausschau gehalten, nicht umgekehrt. Da fiele einem gleich der eine oder andere ein, aber dazu später…
Die DESI, ein alteingesessenes Kuturzentrum, bietet im Außenbereich neben einem kleinen, gemütlichen und sehr grünen Biergarten eine recht amphitheatrisch angehauchte Openair-Bühne. Dieses steinern abfallende Halbrund – die Holzbankbestuhlung wird im hinteren Bereich noch durch Plastikstühle ergänzt – dient als Schauplatz für die sommerlichen Kinovorstellungen. Und an diesem Abend auch als Bühne für das Konzert der Great Bertholinis. Der lauen Temperaturen lockten schon früh viele vermeintliche Kinofans, die Sitzreihen waren schon kurz nach Öffnung der Türen dicht besetzt, die Veranstaltung dann auch ausverkauft.
Man kann ja als Musiker nicht genau abschätzen, ob Besucher eines solchen Abends eher wegen der Band oder wegen des Films anwesend sind. Aber aus meiner Sicht wurde aus den cineastisch interessierten Zuschauern überraschend schnell aufmerksame und musikbegeisterte Zuhörer. Eher ein ruhige Konzert, ein feines Konzert! In jedem Fall eine sehr entspannte Sommernacht! Wahrscheinlich sind genau solche Abende die ursprünglichste Motivation für Openair-Kino-Veranstalter!
Ich hatte aber auch das Gefühl, dass es der Film nach unserem Konzert recht schwer haben würde. Leider konnte ich selbst nicht viel vom Film sehen, da auf den einzigen freien Plätzen (einer Bierbank) die halbe Leinwand von einem Gebüsch verdeckt wurde. Es wurde jedenfalls viel gelacht. Hinterher gab es aber auch die eine oder andere kritischere Stime. Der zu uns passende Film hört übrigens auf den Namen “Balkan travel”. Falls ihn jemand gesehen hat, wir würden uns über Kommentare gerade über den Band/Film-Bezug freuen!
Mittlerweile sind wir dem einen oder andere Stau Richtung Aschaffenburg entkommen. Mit etwas Glück berichte ich sogar heute Abend bereits vom dortigen Kommz.
August 3, 2009
Am Wochenende gings zur Abwechslung mal in die Niederlande. In Bladel, in der Nähe von Eindhoven, findet seit 32 Jahren – und in der zweiten Generation – das Totaalfestival statt, ein 7 Tage andauerndes Stadtfest, dass eher den Charakter eines Openair-Festivals hat. Das Lineup der Veranstaltung klang schon im Vorfeld vielversprechend. Neben den Labelkollegen von Sturrbaard Bakkebaard (“Put y’ piemel on the record!”) waren am Sonntag Abend auch Firewater vertreten, mit denen wir bereits am Fusion-Festival Bekanntschaft gemacht hatten. Schon als wir das Gelände und insbesondere den Backstagebereich betraten schwante uns allerdings, dass der wahre Headliner und Publikumsmagnet des Festivals ein uns bis dato völlig Unbekannter war. Das Konzert von Dio & the Madd war bereits in vollem Gange und trotzdem scharten sich am Backstagezugang bereits weibliche Teenager, denen die Musik wohl weniger wichtig war als die persönliche Nähe zum (holländischen) Star. Den netten jungen Herrn und seine Band mit den zwei senkrechten Streifen auf den Pullis konnten wir des nächstens noch im heimischen Musikfernsehen bewundern. Aber der Reihe nach…
Etwa zum gleichen Zeitpunkt als der Backstagezaun durchzubrechen drohte, erfuhren wir, dass unser Konzert nicht auf der ungewöhnlich gestalteten Hauptbühne sondern auf der gegenüberliegenden Zeltbühne als Abschluss des Abends stattfinden sollte. Man muss dazu sagen, dass unsere letzte Konzerterfahrung in Holland ein recht eigentümliches Konzertverhalten der Holländer offenbarte und wir diesbezüglich nicht ganz unbesorgt ins Rennen gingen. Damals standen recht spärlich an der Musik interessierte Vlaardinger fröhlich Bier trinkend, in geselligen Runden, teilweise mit dem Rücken zur Band und versuchten verzweifelt mit ihren Unterhaltungen gegen den Lärm von der Bühne anzukommen. Wir waren also gewarnt! Glücklicherweise trug aber wohl gerade die etwas Club-ähnlichere Atmosphäre der ebenfalls mit viel Mühe gestalteten Zeltbühne zur Zerstreuung unserer Befürchtungen bei. Man kann für holländische Stadtfestverhältnisse und angesichts der fortgeschrittenen Uhrzeit unseres Konzerts (Mitternacht) fast von konzentrierten Zuhörern sprechen. Schon nach wenigen Songs blickten alle Köpfe zur Bühne und sogar das eine oder andere Tanzbein schwang ausgelassen. Ein netter Abend und unser bis dahin sicherlich schönstes Konzert in Holland bzw. den Niederlanden.
Hatten sie uns am Abend in Sicherheit gewiegt, gab die Besonderheit unseres Engagements den Bladelern eine zweite und ausgezeichnete Gelegenheit, dem Konzertphänomen Holland gerecht zu werden. Wie letzte Woche schon erwähnt, fand unser zweites Konzert auf dem Totaalfestival beim traditionellen, musikalischen Sonntagsbrunch statt. Bisher immer ausschließlich für die Helfer des Festivals ausgetragen, wurde des “Kulturfrühstück” in diesem Jahr erstmals für etwa 200 zahlende Gäste geöffnet. Im gleichen Zelt wurde also festlich eingedeckt und aufgetischt und um 11:30 bestiegen wir zum zweiten Mal innerhalb von 12 Stunden die Bühne. Leider konnte sich die gut gemeinte Veranstaltung nie ganz zwischen Frühstückskonzert und Konzertfrühstück entscheiden! Der Nieselregen übertrug sich wohl auch ein wenig auf die angeordnet leise gespielte Musik (und leider sind halt die leisen Songs oft auch die traurigeren…). Es entwickelte sich jedenfalls ein völlig anderes, teilweise sehr intensives Konzert, dass leider schwer unter dem omnipräsenten Gang zum Buffet zu leiden hatte. Vielleicht sollte man das ganze nächstes Jahr wieder nur für die Helfer ausrichten! Um die Stimmung jetzt wieder ein bisschen zu heben, hab ich hier noch einen netten Link, über den ihr rausfinden könnt, was Dio & the Madd zum Thema Zeitreise zu sagen haben: Tijdmachine.
Kurz der Ausblick über die nächste Woche. Schon am Mittwoch sind wir wieder zu Gange bei der Eröffnung des Sommernachtfilmfestival in der DESI in Nürnberg. Am Wochenende gehts dann weiter nach Aschaffenburg, wo wir am Sonntag beim schönen Kommz-Festival zu Gast sein werden. Bis dahin!
July 27, 2009
Am gestrigen Samstag verschlug es den Bertholini-Clan nach langer Abstinenz mal wieder über die deutsch-österreichische Grenze ins schöne Salzburg. Alljährlich wird dort zur Eröffnung der internationalen und renommierten Salzburger Festspiele das “Fest zur Festspieleröffnung” gefeiert. Scheinbar ein wirklich besonderer Anlass. Durch die malerischen Gassen im Schatten des Mönchsberges kreuchen und fleuchen internationale Gäste! Wo – wie sonst auch – dichtgedrängt hiesige Delikatessen verspeist, Fiakerfahrten gebucht, Sehenswürdigkeiten fotografiert und Minutenkarikaturen angefertigt werden, finden an diesem Abend auch große und kleine, völlig kostenfreie Konzert- und Theatervorführungen statt. Jede Ecke wartet mit neuen Klängen (die übrigens vorwiegend der klassischen Musik zuzurechnen sind) und überall wandeln frohe Gesichter. Hie und da werden auf dieser Spielwiese der E-Musik – unsere “Vorband” brachte beispielsweise ausschließlich Stücke von Haydn zu Gehör – aber auch bewusst Kontraste gesetzt. Anders konnten zumindest wir uns nicht erklären, dass auf einer der größten Nicht-Festspielbühnen im Hof Wolf Dietrichsruh unser Konzert angesetzt wurde. Für uns eine große und überaus angenehme Überraschung!
Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob das versammelte, internationale Laufpublikum nicht auch ganz dankbar für diese U-musikalische Abwechslung war. Jedenfalls blieben die ansonsten Krapfenbrezen essend durch die Gassen streunenden Zuhörer in großer Zahl in unserem Universitätshof hängen. Und in jedem Fall ein besonderes Publikum! Ein sehr aufmerksames Publikum, im Sinne des konzentrierten Zuhörens. Ob das am Hang (oder zumindest an der Sympathie) zur Klassik liegt? Jedenfalls entwickelte sich eine entspannte und sehr wertschätzende Stimmung in unserem Hof (unweit von Mozarts Geburtshaus übrigens…). Neue Freunde in Österreich also! Wir werden übrigens Anfang Dezember dieses Jahres wieder in Salzburg sein, dann zusammen mit Mardi Gras BB, das könnte euch auch gut gefallen!
Bilder vom Wochenende gibts über diesen Link. Da sind neben den ersten Bildern von Oszkars neuen Gitarren-Aufklebern übrigens auch einige neue Bilder vom La Pampa Festival dazugekommen! Und hier sogar mal externe Flickr-Fotografierer, die uns in Rudolstadt gefunden haben. Und um den dramaturgischen Faden des vorhergehenden Blogeintrags kurz zu einem Ende zu verknoten, hier der kurze und nachträgliche Wetterbericht: nach kurzen und deftigen Regenschauern am Vor- und frühen Nachmittag, schien erneut mit Beginn unseres Konzertes bei strahlend blauem Himmel die Sonne! Wir gewöhnen uns langsam daran…
Wer sich erst kürzlich gedacht hat, er würde ganz gerne mal wieder nach Holland fahren, kann uns am nächsten Wochenende gerne in Bladel beim Totaalfestival überraschen. Wir sind jedenfalls da und freuen uns über bekannte Gesichter. Wir spielen übrigens nicht nur Samstag Nacht, sondern auch am Sonntag Vormittag zum musikalischen Brunch. Prost Mahlzeit!